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phischcn Abthcilung drei neue Lehrgcgenstände: die Universal-
geschichte, die griechische Philologie und die Neligionslehre,
welche letztere bereits schon im I. 1805, die Weltgeschichte
aber erst 18N6 nun Vorträge gekommen ist. 3cn übrigen
Li'ccalstudicn ist im Iah« 1808 die Lehrstelle der kandwirth-
schafts-Lehre beigefügt, und im I. 1810 das juridische Stu-
dium neu l'sMirt und auf einen Lehrcursus von »ier Jahren
festgesetzt worden. Die Einführung eines dritten Jahres in
den philosophischen Lehrcurs kam im I. 18l3 nl Stande -
nackdem sich die vier steiermärtischcn Stifte Almont, kam-
breckt, Nein und Voran erboten hatten, einen geeigneten Pro-
fessor der classiscken Philologie aus ihrem Mittel zu stellen
und ihn st'steminasiig zu besolden; wornach im dritten philo-
sophischen Jahre gelehrt wurden: Neligionslehre, österreichische
Staatcngeschichte und erweiterte griechische und lateinische Phi-
lologie. Nach dem am 28. September 1824 heradgelanglen
neuen Lchrplan der philosophischen Studien ward der philoso-
phische Lehrcurs wieder auf zwei Jahre zurückgebracht.
Die innere Einrichtung der Gräher-Uuiversität betreffend,
bestanden vom Jahre 1586 bis zum Jahre 1779 nur zwei
Facultäten: die theologische und die philosophische Facultät
(nack der älteren Ae^eichnungsweise ^nciil!.-,» niii^,»). Die-
sen Gruudzügen entsprechend, bestanden daher auch durch 196
Jahre immer nur dieselben akademischen Würden, ein Nector,
ein KanUcr, ein Tecan der philosophischen <^>^unuz linßu»-
ilim) und ein Tecan der theologischen H-aculiat, welche Wür-
den bis zu den Jahren 1756 und 17u4 immer nur die Ncc-
tcren des Jesuiten-Kollegiums und Icsuitcn-Profclloren de»
gleiteten, bis die Aufhebung des Jesuiten-Erdens und eigene
Hofdecrctc auch hierin neue Weisen hervorgebracht hatten.
Schon seit dem Jahre 1765 hatten die Facultäten eigene Di-
rcctoren, und im I. 1779 uermehrte die neu errichtete )ini-
dischc Facultät die aeadcmischen Würden mit dem dritten De-
can und Studicndircctor. Jede dieser Facultäten hatte endlich
auch ihren eigenen Nctarius. — Zu Felge der Stiftungs-
urkunden besaß die alte Grätzcr-Universität mit allen andern
Universitäten Europa's gleiche Privilegien, Freiheiten, Immu-
nitäten und Vcnügc ohne Ausnahme: vollkommene Gerichts-
innnunität, die Civil- und Criminal-Gerichtsbarkeit in allen
Streicigkciten und über alle der Universität nach ihrem gan-
zen Umfange zugehörigen und unterstehenden Personen, wel-
che Gerichtsbarkeit schon K. Rudolph I. im Jahre 1270 der
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918