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sein könnten, wurde mit Begeisterung aufgenommen, und es
strömten von allen Seiten dergleichen Weihegeschenke herbei,
um in diesem der allgemeinen Benützung offen stehenden Tem-
pel niedergelegt zu werden. Alle Sammlungen für Natur
und Kunst, so wie der historischen und literarischen Gegen-
stände hatten auf diese Weise nicht--unansehnliche Beiträge er-
halten. Die Errichtung eines chemischen Laboratoriums und
eines botanisch-ökonomischen Gartens mit einer jährlichen Do-
tation von 1500 fl. N. W., der aus dem anstoßenden Gar-
ten mit wenigen Unkosten geschaffen wurde, ferner die Errich-
tung einer Bibliothek, eines Landcsarchivcs, eines Mün;en-
und Antiken-Cabinetes, so wie einer ökonomisch-technischen
Sammlung knüpften sich an die ersten Lebenszeichen dieses
jugendlichen vielversprechenden Institutes. Allen den Samm-
lungen stand ein Eustos und ein Scriptor dem Archive, und
den historischen Sammlungen der ständische Archivar I. War-
tinger vor.
Die Herren Stände, so wie der Erzherzog bestritten ge-
meinschaftlich die Besoldungen und sonstigen Ausgaben.
In dieser ursprünglichen Gestalt schritt das Institut bis
zum I. 1824 ohne wesentliche Veränderung, jedoch in rascher
Ausbildung fort. Die Erweiterung des botanischen Gartens
durck Abbrechung eines Theiles der angränzcndcn Stadtmauer,
die Errichtung einer Lehrkanzel für Zoologie, die Gründung
eines Lcsevercins und einer Landwirthschafts-Gesellschaft, wel-
che beide Institute ihre Wurzeln im Ioanncum hatten, und
mit demselben noch dermalen innig verbunden sind, fallen in
diese Periode.
Durch Schenkungen und Vermächtnisse der Grafen Vri-
gide, F. Saurau (damals obersten Kanzler) und F. Egger
fielen dem Institute nicht nur reichliche Spenden an Kuust-
und Naturgegenständen, Druck- und Kupferwerken zu, sondern
durch ersteren insbesonders noch ein Capital von 36,09!) st. C. M.
Das Bedürfnis! für die Erweiterung der Räume und
die Vermehrung der Mittel war indeß so fühlbar geworden,
daß mit dem Jahre 1825 ein neuer vorzugsweise für die Vib-
licthct und das chemische Laboratorium bestimmter Zubau be-
gonnen und 1827 vollendet wurde. In demselben Jahre wur-
de auch die Dotation des Gartens und des Laboratoriums auf
1590 st. C. M. erhöht und die für die übrigen Bedürfnisse
des Institutes bisher aus dem stand. Tcmesticum angewiese-
nen 2090 ft. W. W. auf eben so viel in Conu. Münze vcr- K
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918