Seite - 443 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Das Archiv, feuersicher gebaut, enthält bei 4009 Ori-
ginal-Urkunden. Die alles« in Schrift und Siegel gut er-
haltene, ist die vielbesprochene Ossiacher Echcnkungs-Urkunde
König Karlmann's vom Jahre 878. Die Originalen sind
theils Oigenthum des Ioanneums, thcils aber nur zur Auf-
bewahrung dahin niedergelegt. Zur Sicherung der Origina-
lien vor Beschädigung und Verlust sind genau angefertigte
Abschriften im ersten Zimmer, welches zugleich das Albeits-
Zimmer des Copisten ist, in 59 bücherälnilichen Carlons aus-
gestellt. Die Zahl der Abschriften übersteigt dermalen schcn
19,909; die älteste ist vom Jahre 811, die wichtigste für
Steiermark ist ein l^ uo «imil« des Ottokarischcn Erbvcrtrages
mit Herzog Leopold von Oesterreich voin Jahre 1l!^6. Alle
Abschriften sind nach Provinzen eingetheilt, ferner in geistliche
und weltliche, erste« nach Visthümcrn und Klöstern, und diese
nach ihren Ordens-Untcrabtbeilungen und Ortschaften, Kirchen
u. s. w.; die weltlichen nach Ortschaften, Familien u. s. w.
Die Familien-Urknndcn tbcilcn sich vorzüglich in genea-
logische Schriften, in Wappen-, Adels- und Landstands-Di-
plome; den Wappenbriefen sind 1599 Wappenzeichnungen nach
Originalen und mit Angabc der Jahre der Nrkuudcn beige-
geben. Ueber alle diese Gegenstände sind grösttenthcils sehr
ausführliche Verzeichnisse, und über '.'ielc auch Noininal-Kata-
loge versaßt. Ilcberdieß verwahrt das Archiv anch noch viele
Autograpba berühmter Personen, dann hebräische, arabische,
türkische, persische, syrische, armenische, malabarische und chine-
sische Schriften und Kopien von Keilschriften.
Die Münzen-Sammlung entstand aus sehr vielen
und reichen Spenden, durch Kauf und Tausch; sie ist in zwei
Hanpttdeile geschieden, in jene der alten Zeit, aus beinahe
5999 Stücken bestehend, und in jene des Mittelalters und
der neuen Zeit, welche gegenwärtig auf neunthalbtausend Stücke
angewachsen ist. Die alten Münzen sind nach Eckel's System
geordnet, nämlich in nicht römische, d. i. Könige-, Völkcr-
und Städte-Münzen, und in römische; diese wieder in Con-
sular- und Familien-, dann in Kaiser-Mümen getheilt. Der
Gleichförmigkeit wegen wurden auch die Münzen des Mittel-
alters und der neuen Zeit, so wie die Orts-Münzen der al-
ten Zeit, so viel es thunlich war, geographisch, alle aber chro-
nologisch geordnet.
Alle Minnen sind zwischen Glastafeln in beweglichen
Rahmen eingeheftet, welche in pultartige Kästen eingelassen, ^
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918