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x) Das l. k. Coiwict.
Im I. 1574 hatte Erzherzog Karl ein Seminarium ge-
gründet, in welchem fromme und tüchtige Staatsdiener gebil-
det werden sollten. Diesen Seminaristen sollte auch obliegen,
sich in Musik, sowol Instrumental- als Vcealmusik gut aus-
zubilden, mit der Verpflichtung, eine würdevolle Musik bei
dem feierlichen Gottesdienste in der Hofkirche ni St. Aegvden
auszuführen. Diese Anstalt befand sich damals in der Fär-
bergasse, im heutigen Gebäude der Normal-Hauptschule, und
bekam nachher, weil K. Ferdinand II. dieses Institut sehr er-
weitert hatte, die vorzugsweise Benennung Ferdinanden»:.
Im I. 1576 begründete der unermüdetc Ncgent Erzherzog
Karl II. auch noch ein Convict zur Erziehung und Ausbildung
kenntniszrcichcr und frommer Priester, welches in dem eigenen
Convictsgebäude, in der heutigen Kriegskanzlci, eingesetzt wor-
den ist. Ilm das I. 1742 halten die Bürger von Straß ein
eigenes Seminarium zu Tt. Joseph auf der Lend gestiftet,
welches den Namen Iosephinum trug. Alle diese Stiftun-
gen wurden von K. Joseph II. im I. 1785 in Eine Stif-
tung unter dem Namen k. k. Seminarium «ereinigt, nach-
her aber wieder aufgehoben und die Renten desselben in ein-
zelne Handstipendien verwandelt. Aber auch diese sind im I.
1893 alle wieder eingebogen und daraus ist ein allgemeines
k. k. Conuict in dem vormaligen Jesuiten - Ccllegium ge-
gründet, und dessen Leitung und Besorgung dem Stifte Ad-
mont im I. 1893 übergeben worden. Die Dotation dieser An-
stalt bilden besondere Stiftungscapitalim, das zum früheren
Convicte gehörige Gut Sleinhof bei Radkersburg, das gegen-
wärtige Kriegstaiulei-Gebäude (oder das ehemalige Convicts-
haus), die Ferdinandeums - Gült mit dem Fcrdinandeums-
Gebäude oder der gegenwärtigen Normal-Hauptschulc. Das
Gebäude, worin das Convict eingesetzt worden ist, blieb ein
Eigenthum des Sludienscndes und unterliegt daher einem
jährlichen Mietzinse. Diese Dotation sollte für hundert Zög-
linge hinreichen; sie wurde jedoch in Folge der durch das Fi-
nanzpatcnt im I. 181 l geschehenen Äeductiou der Interes-
sen auf die Zahl von 24 Stiftungen herabgcbracht. In dem
Verhältnisse nun, in welchem durch die jährliche Verloosung
der Obligationen auch wieder die Einnahme durch die Steige-
rung der Proccnicn erböyt wird, wird auch die Trennung und
Vermehrung der vereinten Stiflungsplatze wieder geschehen. H
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918