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Außer diesen Fundationsplätzen werden noch fünf Stiftlinge
aus dem steierisch-ständischen Dcmesticalfonde, und sechs an-
dere aus dem kärntnerischen Studenten-Ttiftungsfonde durch
eine Stiftung K. Ferdinand« II. erhalten. Die Präsentation
zu diesen Stiftungsplätzen haben thcils die Stande der Steier-
mark, theils verschiedene Privaten; die betreffende Landesstelle
erstattet den Vesehungsvcrschlag nach Einvernehmung der ft'on-
victs-Dircction, die Verleihung aber steht allein nur dem Lan-
dcsfürstcn zu. Dermalen werden in diesem ^onvicte 35» Stift-
linge erhalten und gebildet. In diese Anstalt werden auch
Zöglinge gegen Bezahlung aufgencmmcn. Für diese und für
Stiftlinge ist jedoch zur Ausnahme das '.'cllendete zehnte Le-
benswahr, die zurückgelegte dritte Normalschulclafse und die
nicht überschrittene vierte Grammatikalclaffe ncthwendig. Die
Zöglinge stehen unter der Oberaufsicht eines Directors, unter
der unmittelbaren Leitung eines Vicedireclors und mehrcr Prä-
secten, und besuchen die öffentlichen Vorlesungen am Vl'M-
nasium und an der Universität. Nebenbei ertheilen die von
den Landstandcn besoldeten und da;u verpflichteten Fecht- und
TaN'Meister, und die Lebrer der französischen und italienischen
Sprache den Ccnvicts-Zöglingen uncntgeldlichc» Ilnterricht.
Die Meister und kehrer in Kalligraphie und Zeichnen werden
von den Stiftungen absonderlich für erteilten Unterricht ho-
ncrirt. Aus dieser k. t. Ccnvictsanstalt sind im Laufe von vier-
zig Jahren ausgezeichnete Ticner des Staates und der Kirche
hervorgegangen.
k) Die Taubstummen-Lchr- und Erzichungs-Anstalt.
Die große Zahl der Taubstummen, welche sich im Iabre
1828 im ganzen Lande auf 402 Köpfe bclicf, hatte bereits
längst den Wunsch hervorgerufen, auch für diese Unglücklichen
im Lande eine Anstalt gegründet Nl sehen, worin sie befähi-
get würden, mit ihren Mitlebenden in geistigen Verkehr n<
treten und sich als Menschen auch im Reiche der Ideen frei
ergehen und ihre erhabene Bestimmung in sich selbst erfüllen
zu können. Aehnliche Betrachtungen mögen einen edlen Men-
schenfreund bewegen haben, mit Verschweigung seines wahren
Namens, unter der angenommenen Benennung Fran; Hold-
heim, zu Anfang des Jahres 1528 durch den alle Regungen
hochherziger Menschenliebe und echten Christcnsinns kräftigst
fördernden Domherrn des hochw. Domkapitels ;u St. Stephan
in Wien, Herrn Franz Schmid, acht Stücke Vantactien für
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918