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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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45 l hegt die gegründete Hoffnung, daß von den Herren Ständen der Bau eines eigenen für die Anstatt zweckmäßigen Gebäu- des beschlossen werde, was zu ihrem Gedeihen wesentlich bei- tragen wird. In der innern Organisation der Anstalt ist das Wiener- Institut nun Muster genommen. Die Kosten für Verpflegung und Kleidung des ciinelncn Taubstummen betragen für 1() Monate 95 fi. C. M., in den Zweimonatlichen Ferien wer- den die Zöglinge nach Haufe entlassen. In der Anstalt wer- den sie außer den ^einstunden auch u> Haus- und Garten- arbeiten angehalten; die Mädchen erkalten überdieß Nnterricht in weiblichen Arbeiten. Uebrigens ist nur eine Verpftegungs- classc in der Anstalt, und man vermeidet es absichtlich, die Kinder an Bedürfnisse zu gewöhnen, die ihrem Stande nicht angemessen sind. Kinder, deren Taubstummheit mit <5rctin!smns zusam- menhängt, werden natürlich nickt aufgenommen, eben so we- nig solche, tie das siebente Ial'r noch nicht erreicht, oder das vierzehnte schon überschritten haben. Tie von den Herren Ständen gestifteten Plätze aber werden nur Taubstummen von 8 — 12 Jahren verliehen. In der Negel dauert il'r Aufent- halt in der Anstalt 6 Jahre; nach vollendetem Unterrichte werden die Meisten von ihren Acltern zu einem Handwerke bestimmt. Beinahe die Hälfte der aufgenommenen Kinder ist nach der Geburt taubstumm geworden, die Meisten in Folge von Blattern, Scharlach, Ohrcnftuß, Fraisen oder mechanischer Er- schütterung des Gcbirns; eben so machen die unehelichen taub- stummen Kinder wenigstens das Trittheil von Allen aus. Wenn in der Anstalt selbst nur wenige Erkrankungen vor- kommen, so verdankt man es der zweckmäßigen phusischcn Er- ziehung der Kinder; am häufigsten wurden vor einigen Jah- ren katarrhalische Augen-Entlündungen beobachtet, was in ungünstigen Verhältnissen der früheren Loyalität begründet schien. Auch jene Bemerkung fand man bestätigt, daß Taub- stumme vorzüglich zu Affcctionen der Athmungsorgane hin- neigen. Die meisten Zöglinge kommen aus Obersteier, besonders aus Ortschaften, in denen sich Hammerwerke befinden; die wenigsten und fähigsten aus dem südlichen Theile des Landes.
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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