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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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-185 D fahrten sehr häufig benützt; ein Fußpfad durch den St. Lcon- harderwalL auf einem niederen Bergrücken, dem elfteren pa- rallel, verdient durch seine schattige Kühle wenigstens in den heißen Sommertagen vorder ersteren immer den Vorzug; auf beiden erreicht man diesen Wallfahrtsort leicht in anderthalb Stunden. Schon im XII. Jahrhundert scheint der Grund da- zu durch Krculfahrer, die aus dem gelobten Lande zurückkehr- ten, gelegt worden zu sein. Ein Krcuzpartikelchcn, wie sie da- mals häufig fromme Pilger mitbrachten, wurde hier in einer Kapcllc verwahrt, daraus der Name zum heil. Kreuze entstan- den, und erst später, als der Ruf dieses Gnadcnortcs sich durch das ganze Land verbreitet, wurde dieser in heil. Kreuz nun kandestrost umwandelt. Fortwährend erweiterte sich diese Gna- den spendende Stätte, bis im Jahre 14dl) Ungarn, Raizen und Tartaren, wie viele Ortschaften im Lande, auch diese bis auf den Grund zerstörten. Lange Zeit hieß der Berg, worauf ehemals das Kirchlcin stand, dcr Purbcrg, d. i. der pure (kahle) Berg, und kam in den Besitz meiner Privaten. Erst im I. 1676 wurde auf jener Stelle wieder eine kleine Kapelle gc- baut, die als Privatcigcnthum in mchrc Hände überging, bis Franz Caspar Canduzi Edler von Heldcnfcld den Entschluß faßte, dieselbe zu eiuer großen Kirche mit einem Kloster zu umstalten. Am IN. September 1714 wurde hienu der Grund- stein gelegt und nach 32 Jahren, d. i. im I. 1746 stand sie vollendet da. Die einfache, kunstlose, aus Holz geschnittene Marienstatue, die aus dem Cisterzienscr-Stifte Rein in die frühere Kapelle gebracht wurde, behielt man unverändert bei, und so erhielt dann die neue Kirche den Namen „heil. Ma- ria zum kandestrost," woraus die heutige Vencunung „Maria Trost" entstand. Zu bcidcn Seiten dcr Kirche erhob sich das Klostcrgebäudc, für Ohorhcrrcn bestimmt, endlich abcr den Ein- siedlern vom Orden des heil. Paulus übergeben. Dieses Klo- ster, schon im I. 17.^6 wieder aufgehoben, ist bis zum heuti- gen Tage noch nicht fertiggebaut. Es ging theilweise in Pri- vathände über, und wnrdc durch längere Zeil als Scmmer- aufenthalt von vielen Städtern gesucht und benützt. Gegen- wärtig ist Maria-Trost dcr Sitz einer Pfarrei. Ringsum die Kirche und die sich an sie anschließenden Klostergebäude ist eine schöne Plattform mit Buten umsäumt, wo man Rcsen- kräine, Heiligenbilder u. dgl. täglich feilbietet. Von hier ist der Anblick der Stadt Grätz und der sich in ihrem Hinter- gründe erhebenden Gebirge äußerst malerisch und ganz eigen-
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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