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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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487 Um den Roscnberg in scincr ganzen südlichen Kehrseite zu durchstreifen, bieten viele Fußpfade, ja selbst Fahrwege Ge- legenheit. Der geeignetste ist der an den lateinischen Jung- frauen vorübersülnendc Weg, welcher das Mincritenschlößchen berührt und entlich zur „Rose" gelangt. Ein zweiter rechts an der Schmide in der Vorstadt Graben von der Hauptstraße ablenkend, ;ieht sich an der Koch'schen Besitzung vorüber und führt endlich in das wundcrlicbliche Zuscrthal, oder erhebt sich über die Villa Kodolitsch, einem Bergrücken folgend, bis auf die Hohe des Ncsenberges. Ein dritter Weg biegt durch eine stille einsame Schlucht nächst Maria-Schnee vom Hauptwege ab uud erhebt sich ebenfalls ^übcr Grabenhofcn) zur obge- nannten Hohe. Tcn Noscnberg schließt im Westen der über denselben emporragende Ncinerkogcl, ein Eigcnthum des Stiftes Rein, ab. Die Aussicht von seiner Spitze, zu der von mehren Sei- ten Fußwege hinführen, ist durch dcn Contrast schr eigcn- thümlich; das Auge beherrscht einerseits die laute bewegte Stadt mit ihren Umgebungen, andererseits die bewaldete Ge- birgsgegend des Schöckels, auf der die tiefste Stille ruht und die sich beide auf diesem Punctc zu begegnen scheinen. Verfolgt man von hier aus dcn an der Nordwesiscite herunterlaufenden Fußpfad, so gelangt man zu einer von ho- hen Buchen umschatteten Kapelle, „Ulricksbrunncn" genannt. Neben der Thüre dieses einfachen, schmucklosen Gotteshauses quillt eine sparsame Quelle von 8" 1^. aus einer Röhre, die mit dem hinter dem Altäre befindlichen Bassin in Verbindung steht, hervor. Die Kapelle liegt im Hintergründe einer tiefen Schlucht, ist vorne mit einer Terrasse umgeben und bietet in den heißen Sommertagen die erfrischendste Kühle dar. Die feierliche Stille, welche hier herrscht, das frische Grün des i!aubdaches, das nur wcuigc Blicke in die ferne Landschaft er- laubt, so wie der Farbenschmelz ländlicher, von keiner Hand gepflegt»! Blumen machen dieß Plätzchen ganz geeignet zur stillen Selbstbelrachtung und für jene Freuden, die ihren Ur- sprung aus dem Born des Gemüthes nchmcn. Jährlich am nächsten Sonntage nach St. Ulrich (4. Juli) versammelt sich hier eine große Menge Menschen meist aus der unteren Volksclassen, um das Fest jcncs Heiligen zu feiern. Jung und Alt lagert hier im Walde und sucht bei improvi- sirieu Küchen und Schänken Equickung und Erheiterung.
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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