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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Seite - 488 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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Antritz und Nadigund. Verläßt man Nlrichsbrunnen auf der in das Thal ein- mündenden Fahrstraße, so kommt man bald auf jenen Weg, der >.'on der Vorstadt Graben über den sogenannten Stein- bruch nach Antritz führt. Mit diesem cffenrar slawischen, schon zur Zeit König Ottc- kars von Böhmen bekannten Ortsnamen bezeichnet man zwei Dörfer, eines naher der Stadt, „Ilnterantritz," das andere nä- her dem Gebirge, „Obcrantritz" genannt. Von elfterem Orte läßt sich ein doppelter Weg einschlagen, rechts über Neustift in eine für den Geognosten nicht uninteressante Felsschlucht (den Glcckcngraben), durch die der Schöckelbach stießt und auf den man weiter fortschreitend nach anderthalb Stunden Na- digund erreicht, — und links ein Weg über Obcrantrih durch das liebliche Thal der Antritz bis zum Ursprünge dieses Va- chcs und dann über eine Gebirgseinsattlung, die Leber ge- nannt, auf welcher man nach Semriach gelangt. Sowol auf der einen, als auf der andern Noutc durchstreift man eine der hübschesten und genußvollsten Parthien der Umgebungen von Grätz. Von Nadigund ans, wohin man ;u Wagen gelangen kann und das nach Hüpsomcter-Beobachtungen eine Sechöhe von 1949,6 Par. Fuß hat, besteigt man am bequemsten den Schocket, die ansehnlichste Vergliche dieser Gegend, welche, ob- gleich von alpniscken Ansehen, sich dennoch nicht über dieVaum- grän;e erhebt (442Z Par. Fuß). Radigund besteht nur aus wenigen, aber reinlichen Häusern, wo man ein gain erträgli- ches Unterkommen findet. An der Kirchhofsmauer ist ein Rö- mergrabstein eingemauert, der ohne Zweifel an demselben Orte aufgefunden wurde, und es daher sehr wahrscheinlich macht, daß hier schon ;u Nömerszeiten ein Gebirgsübergang über die norisch-pannonische Gränzc stattfand. Selbst in späterer Zeit, als durch die Murenge zwischen Grätz und Vruck noch kein practikabler Weg führte, schien dieser Weg nach Semriach noch häusig benutzt worden zu sein, was aus den in der Nahe von Radigund befindlichen Ruinen eines Naubfchlofscs (Klam, auch die Schöckclburg genannt) mit Grund zu vermuthen ist. Gin Kalvarienberg, auf Felsen angelegt, lockt jährlich viele Menschen zur Andacht herbei'), und eine Kaltwasser- Curanstalt nach PrisnitzenS Methode vor Kurzem eingerichtet, l) Die Temperatur Lcr llcmen Quclle am Kalvarlcndcrqe betrug am Juni lüi« ,c> k,, «z. August l«i, i^u K,, 3. Juni »Uiz ?n IV.
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
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