Seite - 490 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Seelen wenigstens noch einige Zeit in seiner ursprünglichen
Gestalt ,n bewundern. Noch eine Strecke biucer dem Antritzur-
sprunge ''iel't sich das enge Tl'al Zurück, in dessen ('»runde ein
kleines Dörfchen Etattegg und eine gegeiuvärtig fast unkenntliche
Nuine gleiches Namens liegt. Eine der ansehnlichsten ^ami-
lien des XIII. Iabrlmnderts, die aber schon in der Mitte des
XV. Jahrhunderts wieder erlosch, hauste einst auf dieser Burg.
St. Ncit und St. Gotthard.
Links vom Eingange in das AntrilMal erhebt sich an
der Lehne des Berges eine stattliche Kirche von mehren Hau-
sern umgeben. Ticß ist St. Veit am Aigen, eine der ältesten
Pfarren in Steiermark, wakrscheinlick von den Herren von
Staltegg gestiftet. Die Kirche ist verliältnisnnäsiig neu (seit
1662) und der 3burm erst seit wenigen Iabren gan; nett
restanrirt. Das Hochaltarblatt, den heil. Veit darstellend, ist
von Weisitircher gemalt.
Nur einige tausend Schritte westlich von St. Veit liegt
das Schloß St. Gotthard. Man erreicht es, dem angenehmen
Fußpfade des linken Murufers folgend, von Gräy aus in
^4 Stunden. Es tragt seinen Namen voil einer fiulier l'icr
vorhandenen Kirche jenes Heiligen, die nunmehr abgerissen ist
und eben so alt, wo nicht älter als St. Veit war.
"Ursprünglich im Besitze des Stiftes St. Lambrecht, ging
es erst nach Aufhebung desselben unter K. Iosepb II. durch
Kauf an verschiedene Primaten über. Interessant in der Ge-
schichte dieses Schlosses ist es, das; am 2^. Juli 1660 K. Leo-
pold I. mit seinein ganzen Hofstaate auf der Erbhulligungs-
rcisc nach Grah hier vom Abte Venedict Pirin bcwirtbct wurde.
Trei:e!m Ialire spater weilte der Monarch abermals in diese»
Mauern und hielt darauf seine zweite Vermählung in Grätz.
Tas Sä'lof! Hai hübsche Zimmer und einen nach We-
sten gelegenen geräumigen Garten, an welchen ein Park stösü.
Schattige Wege, Lusthäuschen und Parapluis an gewählten
Puncten des bewaldeten Fclscnbcrges angebracht, von wo aus
Fernsichten auf den nahen Strom, auf die Nuine Gosting
und die etwas entlegene Stadt möglich gemacht sind, geben
diesem Parte manches Ainieliende; nur ist zu bedauern, daß
seit geraumer Zeit wenig auf Erhaltung von diesen Anlagen
verwendet worden ist. Ein eben so treues als hübsches Vild
von diesem Puncte aus aufgenommen, ist im Folgenden un-
ter der Aufschrift „die Weinzcitclbrückc" beigegeben. Der Na-
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918