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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Seite - 494 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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494 Das neue Schloß Gösting ist im neueren Stvle gebaut, und würde ungleich mehr Effect machen, wenn die 'cage nicht so ungünstig gewählt wäre. Ein geräumiger Garten im französischen Gcschmaeke schließt sich an das Schloß und beide stoßen an die Häuser des gleichnamigen Torfes, nächst welchem sich auch ein der Herrschaft angehoriges Brauhaus befindet; letzteres wird im Sommer von den Bewohnern der Stadt besucht. Die Ruine und das neue Schloß Thal. Schon auf Kälber Bergcshihe im Ansteigen nach der Ruine Hosting tritt in nicht großer Ferne gegen Süden aus düsterem Waldesgrün das verfallene Gemäuer eines Rittccschlos- ses hervor. Es sind dieß die Reste der ehemaligen Thalburg, eines Schlosses, das, wenn nicht älter als Hosting, doch we- nigstens in derselben Zeit, als dieses, sein Dasein erhielt. Auch diese Burg soll durch Ansiedler aus Baicrn erbaut wor- den sein. Ein Emcrich von Thal lebte schon zur Zeit Karl Martells in Vaiern. Es gehört dieß jedoch mehr der Sage an. Das Geschlecht der Edlen von Tl,al (>Ie Volle, <w Vn!- lai, Vaüi'ig) erscheint in steiermärkischen Urkunden schon im XII. Jahrhundert und erhielt sich bis uim Ende des XIII. Jahr- hunderts. Nach Aussterben dieses (Geschlechtes kamen Schloß und Saalgüter an die Landcssürsten und von diesen theils pflegweise, theils in Pfandbesitz an verschiedene Landcscdle. Später ging diese Veste in die Hände der Ritter von Win- difchgrätz, Freiherrn aus Waldstein, über, wo sie bis l>u,n An- fange des XVII, Jahrhunderts blieb. Die Neligionsverfolgung unter Ferdinand II nötlngie die der Lehre Lutlier's ergebenen Familien nicht nur ihre Vesitzthümer, sondern sogar das Vater- land >u verlassen, und so wurde Thalburg wieder ein landes- fürstliches Eigentlnmi und ging erst später (1621) als Geschenk K. Ferdinands II. an dessen Liebling Hans Ulrich von Eggen- berg über. Wohl erhalten stand das Schloß noch im I. 10^1. Von dem Tcrse Gösting aus führt durch eine enge Vergschlucht ein Fahrweg nach Thal. In abwechselnden Win- dungen schlängelt sich neben dem murmelnde« Vächlein der- selbe fast durch eine halbe Meile. Nur einige Vauernlnitten stehen am Eingange dieses stillen, einsamen Gebirgsthales, später verschwindet alle menschliche Spur und nicht einmal das Auge vermag sie in der Ferne zu entdecken. Der düstere Charakter dieser Lantschaft gewinnt noch mehr, je naher man
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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