Seite - 496 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Va'.'erdorf mit einem kleinen sehr alten Kirchlein. Aus dem
Namen m schließen, mag auch dieser von bairischcn Ansied-
lern herstammen.
Pen hier gelangt man quer durch die Ebene am Maut-
liause vorüber oder über Eggenbcrg nach der Stadt. Jeden-
falls ist aber dieser Weg von Thal nach der Stadt kürzer als
jener über Gosting.
Die Wallfahrtskirche Straßcngcl.
Nn Gosting vorüber, oder für Fußgänger dem rechten
Murufcr entlang, über den Kalvaricnberg hinaus, fülircn Wege
nack der ersten Murbrücke über ('nah, welche die Weiiuettcl-
brücke genannt wird. Während sich liier die Poststraßc nach
dem linken Murufcr wendet, schlangelt sich ein Faln'wcg und
nunmeln- auch die Eisenbahn zwischen dem Saume des Wal-
des und dem User des Flusses diesem entgegen fort. Immer
in schattiger Kühle gelangt man nach '^ ,, Stunden nach einem
kleinen Dorschen, Iuvcndors genannt. Von liier aus, wo sich
das Murthal zu einer ansehnlicken und reichbebauten Fläche
ausdehnt, erblickt man auf einein hervorspringenden Tannen-
Hügel die äußerst malerische Kirche von Straßengel '). Schon
seit dem I. 561 war Straßcngel (8l!l,/.i»s>Il>) im Vesitze
des Hochstiftes Salzburg. Zu Anfang des Xll. Jahrhunderts
geborte alle Gegend umher dem (trafen Waldo von Nuen,
nach dessen Tode sie an die Markgrasen von Steuer überging.
Der Ursprung dieses Gnadcnortes geht in die älteste Geschichte
des Landes uirück, und fällt fast gleichzeitig mit der Grün-
dung der nahen Abtei Nein zusammen.
Als Ottokar V,, der vorletzte Traungaucr, von seinem
Zuge nach Palästina zurückkehrte, brachte er ein Marienbild
mit, welches er dem eben genannten Stifte verehrte. Dasselbe
wurde anfangs in einer hölzernen Kapelle bei dem Dorfe Straß-
engel aufgestellt. Später als der fromme Markgraf den gan-
zen Vcrg, worauf die Kapelle stand, und der 'U iener Zeit
den Namen Fraucnkogel fülntc, dem Stifte zum Geschenke
machte (11'>7), entstand alsbald eine kleine Kirche, welche
von Wallfahrtern häufig besucht wurde"). Eine Sage erzählt,
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918