Seite - 502 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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! Wurmbrand, Stürgkh in dem Besitze von Plankcnwartl, gewe-
sen, bis es im Jahre 1^20 an den gegenwärtigen Inhaber
Moritz Ritter von Horstig überging. Ein dem Verfälle preis-
gegebenes Schlößchen bei St. Oswald, Althofen, ist mit Plan-
teuwarth vereiniget.
Tas Panorama au» den Fenstern von Plankenwart ist
einzig in seiner Art und gehört zu den großartigsten des Lan-
des. Ein Meer, dessen Wogen zu Bergen erstarrten, breitet
sich um und um aus, und steht an Erhabenheit des Charak-
ters selbst dem siurmbeweglc» Oeean nickt nach.
An dem Schlosse vorüber fülut die Straße nach St. Os-
wald, einem Torfchen über einem etwas niederen Gebirgsrücken
ausgebreitet, das nicht selten von den Stadlern, die sich an
der schönen Natur erfreuen wollen, besucht wird. Offener, lieb-
licher und freundlicher möchte nicht leicht ein anderer Ort zu
finden sein, und wer einmal die Wonne genießen will, sinn-
dcnlang von den Blülhri'.blätlein der Obstbaume beschneit m
werden, der mache einen Mai-Spatziergang durck diese para-
diesische Gegend. Neberdieß findet er an der Kchlhansinn, der
Wirthinu des Ortes, eine wahre Vaucis, die ihn mit allem,
was sie bat, ans das bereitwilligste versorgt. Für Fußganger
findet sich ein näherer Wl-g hierher, auch kann man auf diesem
allenfalls zur Stadt nirücktehrcn. Hier führt der Pfad a» den
Slcinbcrgen vorüber, eine Gegend, durch die bedeutendsten
Steinbrüche der Nmgegcud von Grä'tz ausgezeichnet. Der Kalk-
stein wird hier vorniglich zu Trcttcirs, Tyiir- und Fcnstcrstö-
cten, Ecksteinen und anderen Dingen gebrochen und verarbei-
tet. In der Nahe der Vrüche steht ein bekanntes Gasthaus,
das, so wie die schöne Umgebung, sehr häufig zum Ziele der
Ausflüge der Stadtbewohner dient. Vom Kcllerhause genießt
man eine der schönsten Aussichten in die westliche Gebirgsland-
schaft von Steiermark, die sich zu einem Hochgenüsse steigert,
wenn man icnen Zcitpnnct trifft, wo die rosigen Pfirsich- und
Acpfclblütcn gemischt mit dem ersten garten Grün der Vu-
chcnbläiter die Haupttinten des Vordergrundes bilden, während
die fernen Gipfel der Alpen noch in dem Schneeklcide des
Frostes prangen.
Ucber die Stcinberge führt auch der nächste Fusipfad nach
dem Städtchen Voitobcrg, der, indem er zahlreiche Ausläufer
der nördlichen Gebirgskette durchschneidet, der Weg über die
neun Hügel genannt wird. Auf diesem, durch den steten Wech-
sel von Berg und Thal zwar etwas beschwerlichen, aber angc-
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918