Seite - 503 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Bild der Seite - 503 -
Text der Seite - 503 -
503
nehmen Spatzicrgange betritt man unter anderen auch ein Land-
gut des als !7ekono»ien ausgezeichneten Bauers Obergineiner
nächst Stallliofen. Tiefes Haus war einst ( l M 2 ) der Schauplatz
einer höchst interessanten Gcistergeschichte, welche mit jener auf
dem Schlosse Schlaweufchitz in Schlesien einige Ähnlichkeit
! hat ^). Herr Instinus ilorner hat sie in seinem Magikcn für
die Nachwelt erdalten. Noch leben mcl'rc Augenzeugen jenes
famosen Spuckes, und es würde nicht uninteressant besonders
für den Psychologen sein, wenn einige in jener Mittheilung
übergangcne Details na'lier erforscht werden möchten. Indeß
hat sich über jene Geschichte bereits eine Volksmeinung gebil-
det, die derjenige, der sich für dergleichen Tinge intercssirt,
nicht unbeachtet lassen darf. Später haben sich auch an anderen
^rten in der Nähe sowol als Ferne von Stallbofcn Spuckge-
schichtcn ergeben; die zuweilen nicht ungeschickten Nrhebcr der-
selben sind jedoch immer ertappt worden.
Schluß Eggenbcrg.
Eggenberg ist eines der größten und vielleicht auch der
schönsten Schlösser in Steiermark, und dankt seine Entstehung
dem vor ungefähr 100 Jahren erloschenen Stamme der Für^
stcn von Eggenberg. Es liegt im Westen von Grätz am Fuße
des Plawutsches, ungefähr eine balbc Meile von der Stadt,
nach welcher eine l'übsche Roßkastanien-Allee führt.
Der das Schloß umgebende weitläufige, in älterem fran-
zösischen Gesäunacke angelegte und wohl erhaltene Garten ist
dem Publikum geöffnet, welches hier und in den daselbst be-
findlichen Loyalitäten besonders an Sonntagen mannigfaltige
Ergötzlichkeit findet.
Nicl,t leicht liat eine Familie in so tuner Zeit sich ;u
solcher Höhe, ;u solchem Ansehen emporgeschwungen, als das
Geschlecht der Eggenbergcr. Vom Ende des X,V. Jahrhun-
derts bis ui Anfang des XVII I . hatten dieselben die wichtig-
sten Stellen im Reiche tbcils als Staatsmänner, theils als
Kriegeshelden bekleidet und sich bis ;ur Fürsten- und Hcr-
zogswürde emporgebobcn. Noch in der Mitte des XV. Jahr-
hunderts waren sie einfache bewerbl'ame Bürger und Handels-
leute in Nadtnsburg und Grätz. Urkunden des X l l l . Jahr-
hunderts bezeichnen Eggenbcrg als selbstständiges ländliches
Gehöfte, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß ihre Besitzer
») Dic Schchcrm >.'»,< Prcvorst, 2 lhcil. S-
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918