Seite - 512 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Bild der Seite - 512 -
Text der Seite - 512 -
U 5«2
An der Nerdscitc der Kirche in der äus-ern Vand der
Sakristei ist ein Stein, der drei röinische Brustbilder, <wei
männliche und ein weibliches, enthält, vielleicht die wilder cb-
genannter Personen. Außerdem findet sich Iner noch ein ^as-
relies, einen Iupitcrskopf mil >wei ^öwen darstellend, das auf
den Iupitcrsdicnst hinweiset.
Um die Ialnc l!>>',>> und l!)'>? kam Straßgang als kai-
serliches Fiscalgut samm! den Kirchen St. Martin und 2t.
Georg (dieß war die uralte Kirche in Straßgang selbst) an
das Hockstist Salzburg und von diesem im Jahre 1074, end-
lich teilweise auch durch Markgrasen (>)ünllier von Hchenwart
(l l.i? — l l40) an das Stist Ndmont. Psarrc und Psarr-
tiräie waren damals und bis über die Mitte des XII, Iahr-
lmnderts im heutigen i?rte ^eldkirchen, und sind erst später an
den Ort und auf die damals „Maria im Elend" genannte Kir-
cln' in Strasigang übertragen worden. Diese Kirche wurde im
Vause der Zeit ein beri'chmter Wallfahrtsort von den Rittern
C>n'crg und Friedrich C>radner (l4»>l und 1-i9») reiflich be-
schenkt und insbcsonders von den Mitgliedern des regierenden
Kaiseryauscö: Er^yenca, Karl und dessen Gcmahlinn (5riycr-
zoginn Maria uon Vaiern; K. Ferdinand II. lind dessen (>!e-
malilinn Maria Anna Elecncra, verwitwete Koniginn von
Pclilen; Tochter K. Ferdinands II I . , Maria Clnistina, (>>e-
mal'Iinn 5l. Karl VI., und der Kaü'erinn Maria Theresia aus-
gezeichnet , besucht und mit Geschenke» überbaust. Vis u»n
Sacularisationoialnc l^OZ war der Erzbischof von Salzburg
Patron und ?eheni>herr von Ttrasigang. Von dem Jahre l!>85
bis 17,^6 waren alle Pfarrer ui Straßgang zugleich sal'bur-
gischc ßr,priestcr, welchen alle Dechanteien und Pfarren Zwi-
schen der Mur und Donau, von Ucbelbach bis Pclstrrau und
bis an die westlichen Gebirge des Naabthales nir Vcstellung
und geistlichen Visitation unterstanden hatten. Nachdem das
'''istl'nm Seckau sclbstscandigc und erweiterte Sprcngclogewalt
erhalten hatte, horte die Enpriesterswürde in Straßgang auf,
und seit dem Jahre 1787 blieb hier nur mehr das Dccanat,
mit welcher im Jahre 1805 die Auszeichnung einer Haupt-
pfarre verbunden ist. Kirche und Pfarrei von Strafigang lie-
gen etwas erhaben auf einem Vorsprung des Gebirges, von
wo man einen schönen Neberblick über das Gratzerfeld genießt.
An dieser vorüber führt ein gebahnter Weg ziemlich steil den
Berg hinan zur Filialtirche St. Florian. Dieser Berg, unter
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918