Seite - 522 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Licbenau ist immerhin eines älteren Ursprungs; ob aber
das in der beschichte des XII. und XIII. Iahrdunderts hier
so berühmte Geschlecht der Grafen von Liebcnau ^(^ciinileg du
I^iude»2>v) hier gchausct cder davon den Namen erhalten hat,
ist ,wcifclhaft. Unter Friedrich IV, wurde Licbcnau durch die
Ungarn beinahe ganz ',crstört. In späterer Zeit (Il>!!0) als
sich jede Spur dieser Familie in den Annalen von Steiermark
wieder verlor, kommt Liebenau unter der Benennung Vatcrs-
dorf vor. Diese Gegend war einst größtenteils ein Sumpf,
hieß Prühl (sumpfiger Ort) und war als Aufenthalt zahlrei-
cher Viber bekannt, so iwar, daß der Landesfürst über diese
Gegend ein eigenes Viber-Lehen ausübte.
St. Peter ist den Lesern schon durch den Friedhof glei-
ches Namens bekannt. An ihm vorbei gelangt man an ein
freundliches, von Obstbäumen reich durchwirkte» Dörfchen mit
einer alten Kirche, dieß ist das Psarrdcrf St. Peter. Am
AbHange der östlichen Hügelkette gelegen, gewährt besonders
die Kil'äie einen recht hübschen Punct, von wo aus man die
gaiuc tiefer liegende Flääie und die ferne Alpcnkette ui über-
blicken im Stande ist. Wenig ist uns aus der älteren Zeit
über diesen Ort bekannt, nur so viel willen wir, daß er gleich
vielen andern bei den Drangsalen der Kriege, die in der Nähe
spielten, nickt unverschont blieb.
Nicht ferne von St. Peter, anf dem Wege nach Haus-
mannstcttcn, befindet sich das Gut Freisäiloß, auch Vrcuner-
hos genannt, gegenwärtig eine Brauerei mit einem Garten,
der häufig von Grätzern besucht wird. Noch weiter gegen Mes-
scndorf stein am Wege links ein kleines Schlößchen mit einem
3hurm, Mocsbrunn, früher ein Freigut, jetzt ein Vaucrndof.
Mehre Sä'lösscr dieser Gegend, wie Hintereck, Hintenseld, Pü-
ckelbach, Klingenstein und Vascldsberg, sind theils gar nicht
mehr vorhanden, oder sie tragen wenigstens die Spuren hohen
Alters an sich.
Der Ruckerlberg, Sparbersbach, Lustbüchcl und
Hönigthal.
Gleich dem Nosenbcrge ist der Ruckerlberg im südöstli-
chen Theile von Grätz derjenige, der die meisten Landhaus^
chen trägt und die Städter zu Spaziergängen und nun Som-
meraufenthalte einladet; der Name rührt von den Maaslieben
(Ul.'IÜ5 poi-onniz), die hier „Ruckcrln" genannt werden und
womit diese Anhöhe besonders häufig bedeckt sind, her. Auch
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918