Seite - 524 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Bild der Seite - 524 -
Text der Seite - 524 -
524
der auf der nicht fernen Gleisdorser-Poststrafie, oder was vor-
züglicher ist, durch das Nagniytl'al über St. Leonl'ard zur
Stadc zurückkehre».
32 ritz und bic Klam.
Zu den urar etwas entfernten, aber von de,, Oräl'ern
denncä, nicht sparsam besuchten Ortschaften gehört Woi!; »nd
seine Umgebungen. — Weil? ist ein schöner Marttftecken mit
einer großen jlirchc, die jedoch ausicr demselben auf einerAn-
l'ölic (Weinberg) gelegen ist, mit einem Militär-Eruchungs-
hause und medren Eisenhämmern. Es liegt 2> „ Meilen nord-
östlich von Gräh in einer walnbaft paradiesischen (legend. Der
Weg dabin über Maria - Trost, dem ^-aßelberge, Vachwirtl,,
Oberndcrf u. s. w. fülnl durch eine Landschaft, die einem
Parke gleicht. Wer die Reise im Mai oder zur Zeit der Abst-
reife macln, staunt über den Neiäulmm der Obstbäume, welche
in malerisch schönen Ciruppirungen die Lirasie umsä»»n'n. Da
die Strasic nvci Tl'älcr, daü Raab- und taö Weiyb^chtl'al
durchschneidet und eben so viele Höl'emüge überschreitet, so
bicicc sie vielen Wechsel in den Ansichten dar; im Ganzen
aber wird sie von dem im Norden mit ihr parallel verlaufen-
den Cvebirgi^uge teö Schocket begleitet und nach Südosten
hin reiben sich an il'r die unüber!'c!ibaren Hügel und Tyäler
des östlichen Hügellandes von Lteiermart an.
Wer Neil? besucht, wird die nur eine Stunde vom Markte
entfernte .Main de« Weihbaches nicht unbeachtet lassen. Eine
furchtbare Hebirgsspalte l'at hier das Gebirge bis m einer
Tiefe von meinen wundert Klaftern zerrissen, durch welche ein
unbedeutender Vach rieselt. Hohe, schroffe, häufig sich gegen
einander neigende Wände von Kaltfclfen bilden eine Enge,
die stellenweise kaum einige Klafter breit ist, und die natür-
lich nur dem Wasser, aber weder für Weg noch Fußpfad einen
Zollbreiten Naum gestattet. Der erste Theil, die ich die »fin-
stere Schlucht" nennen möchte, hat die größte <3nge, so daß
selbst das Tageslicht nur gebrochen einzudringen im Stande
ist. Der Charakter dieser, nur mit der spärlichsten Vegetation
durchwirkten Felsmasscn ist grauenerregend. Darauf folgt eine
senkreckt aufsteigende imposante Felswand „die hohe Wand."
Ausgezeichneteres in pittoresker Beziehung haben auch andere
Gebirgsschluchten nicht. In ähnlicher Weise seht diese Schlucht
noch eine geraume Strecke fort, bis sie sich wieder öffnet und
in ein enges Gcbirgsthal übergeht.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918