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ein grünlicher Anflug an den grauen Kalkwänden läßt sich
noch wahrnehmen; die niedere Temperatur dieser Höhle ist auf-
fallend , mr selben Zeit betrug die Temperatur der Luft nur
^" N., ihr Feuchtigteitsgrad wurde auf 42,0 >^. (!. (d. i.
y,^ Gran Wasser in einem Cubitsnße Luft) bestiinmt und das
in einer Kluft angesammelte Nasser baue gar nur 1,2" U.
Etwas früber, im Monate Juli, findet man sogar (5,6.
Westlich von diesen Höhlen ist die große mebr als eine
Meile lange Gebirgsschlucht, durch welcke der Raabfluß hier
freilich noch gan< jugendlich strömt. Kalk- und Gneißfelsen
bilden hier eine ähnliche Gebirgsspalte, in welcher gleichfalls
nur Raum für das strömende Wasser übrig ist. Beiläufig in
der Mittc dieser Schlucht, welche von Arzbcrg bis Oberdorf
reicht, steht kühn auf Felsen das noch dermalen bewohnte
Schloß Guttenberg. Es bestell aus dreien, durch eben so
viele Höfe von einander geschiedenen Bauten, von welchen der
älteste am weitesten auf den Felsen hinausragt. Ein Wappen
mit einem Flügel und Zopfe ^Slubenberg'S Wappen) nnd
darunter die Zahl 890 dürfte das hohe Alter dieser Vurg wohl
aineigen, indcsi findet sich im dortigen Archive ein Kaufver-
trag aus dem XIII, Jahrhundert, wodurch diese Vurg von der
Familie Kuenburg an die Grafen von Smbenberg überging.
Ueber dem Zweiten Thore liefet man folgende Inschrift:
„Dieß Haus gebaut bat der wohlgebornc Herr von Stuben-
berg; vollendet im Jahre 1567." Interessant ist die Schloß-
tapelle in dem ältesten Tlicile, deren Oratorien in drei Stock-
werken übereinander stehen. Auch findet man liier den nun-
mehr vermauerten Eingang ,u dein unterirdischen Gange,
welcher mit der am Ende der Schlucht befindlichen Feste Stub-
egg in Verbindung gestanden haben soll. Die «um Schlosse
führende Zugbrücke ist erst am Ende des vorigen Jahrhun-
derts nach Pcrschütlung des Grabens beseitiget worden.
Der Reisende findet in der zur Herrschaft gehörigen Ta-
ferne eiue erträgliche Unterkunft.
Das Schloß Ricgcrsburg.
Scwcl unter den verfallenen, als unter den noch gegen-
wärtig bewohnten Ritterburgen der Steiermark gebührt Ric-
gersburg unstreitig der erste Platz. Wer seinen Weg nach dem
Vadcortc Gleichenberg einschlägt, versäume ja nicht, dieses
höchst interessante Fclsenschloß zu besuchen.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918