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tungostücke, Verüerungcn, Gemälde u. s. >v, eiftreckt. Die
Waffentammcr, ehedem reich an mannigfaltigen Rüstungen
und Kriegsgeräthen, ist seil einiger Zeit ziemlich leer geworden.
Die Rundschau von den Zimmern des Schlosses ist gan>
besonders schon und nicht leicht mit einer andern dierorts ^u
vergleichen; sie reicht einerseits weit über die Gräme naä' Un-
garn hinein, andererseits fassen die lcyten Verzweigungen der
Alpcnkettc die westliche und südliche Landschaft in den herr-
lichsten Nahmen ein, der sich im Halbkreise um dieselbe zieht.
Was das Geschichtliche dieses Schlosses betrifft, so tann
Folgendes angeführt werden: Tie alte Riegersburg bestand
ehedem aus '>wei Bergfesten, aus einer odern und aus einer
unteren ^urg, von welchen die obere Äiegcrsburg ^Riethers-
burg), die untere aber Lichlenegg geheißen. Dieß bleibt jedoch
nur Sage, denn urkundlich nachgewiesen kommeil beide ver-
schiedene Benennungen nicht vor. Als die ältesten Lehenbe-
siyer dieses iuipcsanten Schlosses erschienen in Urkunden die
bei Tl. Leonhard und am Ruckerlbergc begüterten Herren von
Wallsec und zwar von der ersten Hälfte des XIV. bis gegen
das Ende des XV. Jahrhunderts. Tarauf war die Niegers-
bürg fast durch hundert Jahre im Vesil^ c der Herren von Nei-
chenbnrg an der Save. Nach deren Aussterben gingen Herr-
schaft und Vergschloß auf die reichen Wallsce und von die-
sen im Jahre 1571 auf den Ritter Erasmus von Stadl über.
Hans Freiherr von Stadl, Sohn des Vorigen, verkaufte Vcidcs
um l15,NW fl. an Christoph von Urscnböck, welcher Vertauf
erst im I. 16 l8 von dem Vruder des Verkäufers, Karl Frei-
herrn von Siadl, bestätiget worden ist. Im I. 16Z7 kaufte
Seifried Freiherr von Wechsler die Niegcrsburg von seiner
Schwiegermutter, einer Freifrau von Nrscnböck, gcborncn Hork-
heim. )iach seinem Tode überging Niegersburg an seine Schwe-
ster, Frevinn Katharina Elisabeth Galler, und von dieser nach
ilnem Tode im I. 167^ an ihre einige Tocluer Negina, ver-
uiählte Frcvinn und nachher Gräfinn voil Purgstall. Nach
dem Tode ihres ältesten Sohnes Rudolph, und nach einem
Vergleiche mit den Jesuiten, welche das Eigenthumsrecht auf
Riegersburg im Namen ihres Ordensprofessen, P. Albert,
eines Zweiten Sohnes der Regina, ansprachen und behaupten
wollten, folgten von Vater auf Sohn vier Grafen Wemes-
lauo von Purgstall böhmischer Linie, nach deren Aussterben
die Riegeroburg mit ihrer Herrschaft ein Fidciccmmisigut der
Fürsten von Lichtcnstein geworden ist.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918