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krampf u> dgl. 6) Bei Stockungen der monatliche» Reinigung,
Unfruchtbarkeit, gegen den weihen Fluß, ,ur Heistellung des
Hämorrhcidalstujics. Das, es auch gegen Anschoppungen der
Baucheingcweide und ilire Ilachtraiilheiten gute Dienste lci-
sttt, wird durch die Erfahrung jährlich bestätiget. Auch als
Lurusgetränt wird es gerne getrunken.
Das Gleichenbergcr-Wasser wird innerlich und äußerlich
angewandt, zur Trinkcur entweder ungemifcht, oder mit Milch,
Molken, auch wol zur Nachcur mit Klausnerwasscr verbunden.
Man beginnt gewöhnlich mit einem Seite!, d. i. einer kalben
kleineren Flasche und steigt allmälilig bis '.'ier Seite! oder trinkt
es am Brunnen selbst bcchcrwcise, von einem Becher (der un-
gefähr 5 Nincn enthalt) allmäblig bis M ü — ^ Becher stei-
gend. Außerdem wird es zu Bädern verwendet, rein oder mit
einfachem Wasser gemischt.
Der Ichannesbrunnen unterscheidet sich der chemischen
Analyse nach von der Constantins^uellc durch eine kleinere
Menge freier Kohlensäure, von kohlensaurem und salzsaurem
Natrum und den wicwol nur geringen Eisengehalt. Nach zahl-
reichen Beobachtungen hat es sich gegen Anschoppungen der
Baucheingcweidc mit iluen sccundären Krankheiten, gegen "'er-
schleimungen, besonders gegen Blennorrliöen der Blase, gegen
Rheumatismus und Gicht vorzüglich hülfreich erwiesen. TaS
Wasser wird in größeren Quantitäten (selbst zu 8 Becher täg-
lich) als die Gleichcnbcrgerquelle getrunken und auch u> Bä-
dern benutzt. Es empfiehlt sich auch als Lurusgetränk.
Das Klausncrwasser ist das kräftigste Stahlwasser, das
man in der Monarchie findet; daher schon lange seine verdiente
und erfolgreiche Anwendung in der Bleichsucht, gegen Scro-
pheln, weißen Fluß, Unfruchtbarkeit, Schwäche nach großem
Säficvcrluste, Husteric u. dgl.
So mannigfaltig der Gebrauch dieser Quellen ist und
so wohlthälig ihre Wirkungen sind, so werden diese durch die
frische reine Luft, durch die Annehmlichkeit der Gegend, durch
die gesunden Wohnungen und durch den heiteren Ton, wel-
cher hier die Gesellschaft belebt, nicht wenig unterstützt.
Isolirt auf einem sanften Hügel, in einem äußerst ge-
schmackvollen Stule erbaut und mit schönen Oartenanlagen
umgeben, steht das Woh,i!,aus Sr. Ercellenz des Hrn. Gou-
verneurs, Grafen von Wickenburg.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918