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ausgesprochen werde, wälnend es sich denn deck durchaus nur
davcm wandelt, wie der Name dieser Stadt heut ,u Tage
zu schreiben sei. Es scheint mir dalier die Frage so gestellt
werden zu mü^en: Wie wurde der Name dieser Stadt von
jeher von dem größten Tlicile der Schriftkundigen gewöhnlich
(vorzugsweise) geschrieben? —
In Ansflning der sc gestellten Frage werde ich nun im
nächsten Hefte der stciermärtischen Zeitschrift durch die chro-
nologische Auf;äl'l»ng der bisher durch den Druck bekannt ge-
machten Urkunden aller Schreibweisen, wie sie Rauch, Han-
thaler, Pe<, Klcinmal'er, Fröhlich, Lünig, Kur;, Wartinger,
Fürst von Lichnowöt!,', Chmel, u. Gcvaj, Karajan, Freiherr
von Hcrmaor u. m. A. veröffentlicht haben, auf das klar-
ste darthun, daß vom I. 1092 an bis zur (Erfindung der
Vuchdruckcrtunst die bei weitem am häufigsten vorkommende,
und ;war nicht bloß in einer oder der anderen Zcitpcricde,
sondern fast Jahr um Jahr nachweisbare Schreibweise die:
Grecz, Grctz, Gre;a, Grecium (überhaupt mit dem
einfachen e) gewesen sei, und daß sich die Schreibart Gratz
oder Graz zu jener verhalte wie 1 zu 5 — 6.— Vor Allem
aber ist mir noch keine eiinige Nrkunde und eben so wenig
ein Druckwerk in die Hand gekommen, in der diese Stadt in
lateinischen Diplomen (^l-221 um oder Ll-Ät-iuin genannt
worden wäre und eben so haben in allen lateinischen Werten
Geistliche und Weltliche, Jesuiten und Protestanten durch das
ganze XVI. bis XVIII. Jahrhundert hindurch diese Stadt
stets s^i'üoiuin oder Ol'üLciuin genannt, worauf wol
gleich vom vcrnc herein kein geringes Gewicht gelegt wer-
den muß.
Der wichtigste Grund, auf den Freiherr von Hammer-
Purgstall seine Rechtfertigung der Schreibart Gratz stützt,
ist die bekannte Ableitung des Namens Gräh von dem slavi-
schen Worte Grad, Gradecz, welches ein Schloß, eine
Vurg bedeutet. Obgleich ich gegen diese Ableitung vor Allem
den wichtigen Grund geltend machen könnte, den ja Freiherr
von Hammer selbst in den erwähnten Vorträgen als wahr
eingestand, daß sich gar kein geschichtlicher Veweis für eine
Ansiedelung der Slavcn in Grätz und dessen Umgebung auf-
finden lasse; obgleich ich dagegen noch anführen könnte, daß
der berühmte Avcntinus ') den Namen der Stadt von dem
li VII.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918