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gestellten Thesis angeführten Authoritätcn figuriren ,u selben,
walnend er dock bei seiner längeren Anwesenheit in Grätz,
inmitten des durchaus Gratz sprechenden gemeinen Volkes,
in langer Auseinandersetzung die Richtigkeit der Schreibweise
Grätz uns philologisch nachwies und noch uon Wien aus
„schon im Begri f fe am nächsten Tage die Residenz
zu verlassen," nir Bekräftigung seiner liier mündlich aus-
einandergesetzten Anstalten Folgendes schrieb: „Bei einem
»Ortsnamen ist so hoch als möglich der urkundliche Klang
„zu verfolgen" — ich habe die Schreibweise Grecz, abgesehen
von dem ccrrcspondircnden Grätz, wie sich in der steiermär-
kiscl'cn Zeitschrift zeigen wird, in ununterbrochener Zeitfolge bis
in das XI. Jahrhundert zurück nachgewiesen — „in deutschen
„Urkunden scheint— so viel ich mich erinnere—" schreibt er
weiter „eben die Form Grc; (eder Grctz) gerade nicht so spät
„erst vorzukommen; Herr von Kaltenböck, der neben mir bei
„Endlicher sitzt" — er scheint also auch dort die Schreibweise
Grätz verfochten zu haben — »sagt, er habe schon im X l l .
„Jahrhunderte von l^l-eüo geschrieben gefunden" — ich
aber habe schon im I. 1092'), 1144, 1146, 1149, 1162,
1164, 1180, 1182, l18Z, u. s. f. Urkunden mit « le -o ,
(^»eoo, Li-in? el,o. nachgewiesen — „und kämen sie auch
„im XV. Jahrhunderte erst vor, so würde sich darin," sagt
er, „doch eines der wesentlichsten Gesetze unsrcr Sprache, dem
„sie seit dem VII I . Jahrhunderte nieiltc, aussprechen, wie es
„sich ausspricht; dies; Gesetz lautet so" und uun weiset Prof.
Maßmann in Uebcrcinstimmung mit den aus I. Grimm's
Grammatik ersichtlichen Beispielen durch eine zu lange Reihe
von Anführungen, als daß ich sie hier alle aufführen könnte,
die Bildung der Umlaute und insbesondere jene des ü aus
dem n nach und fährt dann weiter so fort: „Dicß genüge.
„Dem folgen auch eingedeutschte fremdsprachige Ortsnamen.
„Aus Gradiz, Gradecz wird ganz nach jenem Gesetze
„Grez, Gretz. Erst die neuere Rechtschreibung, welche die
„Unterscheidung der langen und kurzen Umlaute (no gegen
„e; li gegen oe; ü gegen ue) nicht mehr kennt, hat, dem
„Auge dienend, statt jenes Umlautes e (aus a) ein a ge-
»schrieben: fa l len, fä l len ; hangen, hängen; während
»sie doch fottschrcibt Henker, Mensch (mannisuz) „. s. w.
S- Fr, Kurz's Nciträqe ,u<> Geschichte des Lanlcs Ocstcrrcich ob »er
Eons. «,nz, li^u, n, Theil S. >M.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918