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Dialekt beschrankt und sie war somit durchaus nicht so allge-
mein der Zeit und dem Naume nack, wie von dem ^reilicrrn
glauben gemacht wurde. In der Art Teductioncn muß man
nicht jetzt einen Beweis aus dem IX. Jahrhunderte hinstellen/
und an ihn einen andern aus dem XVl. und XVII. Iahr-
bunderte anreiben, wenn man nicht in den Verdacht kommen
oder den Vorwurf auf sich laden will, nicht gan; offen im
Kampfe zu Werte gegangen ;u sein.
Aus früheren Jahrhunderten wird der hochgeehrte Frei-
herr keine dergleichen Beweise ausfinden können und noch we-
niger läßt sich der Beweis durchführen, daß das ä durchaus
wie a zu lesen sei. Zur Erwcisung seiner Behauptung beruft
sich Freiherr von Hammer - Purgstall auf die Schreibweise
vieler alten Adelsgeschlcckier und Orte, als der: W indisch-
gratz, Galler, Gambs, Drachsler, Fladnitz ic., die
alle mit dem offenen a ausgesprochen, aber mit ä geschrieben
angetroffen werden, wobei ihm offenbar nur das alte Wap-
pcnbuch des Grätzer Formschneidcrs Zackarias Bartsch vom
I. 1569 als Anliallspunct gedient bat. Doch lassen sich auch
aus diesem Werte, theils allein und theils in Perbindung mit
anderen Ausgaben desselben Formschneiders Beweise für meine
Thcsis entnehmen, auch wenn ich auf die Einwendung Ver-
zicht leiste, daß eine Schwalbe keinen Sommer mache, und
daß ein in seiner Kunst eben nickt weit vorgerückter, bloß
handwerksmäßig arbeitender, millnn wenig gebildeter Form-
schneider oder Buchdrucker des XVI. Iahrdunderts eben kein
selir bewährter Bürge und Gewährsmann sein kcnnc in einem
historisch-linguistischen Streite; denn vor Allem heißt auch in
dem Wappcnbuche der Druckort Gratz. Zum Beweise, daß
das a hier nicht das offene a, sondern den Umlaut bedeute,
kann ich ein anderes Werk desselben Bartsch anfuhren, näm-
lich : Oigtiu I>»vi!l>8 < !^>) til>ei etc. (
1574, dcßgleichen: 5eplne5 sive votum. Irngoeäia
(^eor^io Luclinnnn. ( i lgeci i 8t)l i l>o excu-
l>cn»,i»8 ügllzck und noch mehre andere Werke
desselben Druckers, aus denen man ersieht, dasi auch das
Wappenbuch die beiden Strichlein, wenigstens im Namen der
Stadt, nicht als Gratz, sondern als Grätz, ((^raecig,
(^l-aecium) ausgesprochen wollte. Es schreibt zwar Bartsch
allerdings, wie Freiherr von Hammer - Purgstall geltend zu
machen nicht unterließ, Galler, Trächsler, Gambs :c.,
H
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918