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deck beweisen gerade die ibnen im Alter '.'crlierqel'enden, fol-
genden oder zwischen sie hineinfallenden und diese Stall mit
e schreibenden Urkunden, daß auch in jenen die zwei Strich-
lein cdcr Puncte über dem a nicht das offene a, sondern den
Umlaut a bedeuten. Wollte demnach bcdauptet werden, daß
dessenungeachtet Graz oder Grah geschrieben werden müsse,
so wäre ;u beweisen, daß die Kaiser, König, und Heriogc
von K. Rudolph I. an bis kerab auf Friedlich lV., der noch
in der letzten der von dem Herrn Archivar herausgegebenen
Urkunden vom Jahre 1479 Grecz schreibt, und deren Ge-
beimschreiber nicht gewußt I'aben, wie diese Stadt heiße und
wie ihr Name geschrieben werden müsse. Wir legen auf diese
der Stadt Grah '.'erliehencn Urkunden ein um so größeres Ge-
wicht, als man sich gewiß in den der steicrmarkischcn Provin-
zial-Hauptstadt verliehenen Privilegien einer richtigen Schreib-
weise wird beflissen haben, um nicht den Vorwurf auf sich zu
laden, nicht einmal den Namen der Stadt zu kennen. In
Urkunden hingegen, in denen dieser Stadt nur nebenher er«
wahnt wird, tonnte es daher leichter geschehen, daß man sie
(;,'»22S schrieb, wie sie jedoch damals gemeinhin nicht ge-
schrieben wurde.
Demselben Werke des hochgeehrten Herrn Archivars ent-
nehme ich noch einen andern nicht minder wichtigen Beweis
für die Schreibart Gretz. Das genannte Wert tdeilt auf der
Kehrseite des Titels ein altes Siegel der Grayer-Stadige-
meinde vom Iabre 1-i4<> mit, welches die Umschrift: ..^ci'«>>
<u„> QivÜOiiz (iiccx ItzKU" fnl'rt; abermals einer der vie-
len wichtigen beweise der Aussprache des Stadtnamens mit
dem Umlaute statt des hohen a, da man wol, voraussetzen
kann, daß die Stadtbel'örde gewußt baden werde, wie der
Name der Stadt von Gebildeten zu schreiben und ausluspre-
chcn sei.
Im Verfolge der Geschichte des Namens unsrer Stadt
zeigt sich im XV. Jahrhunderte eine immer große« Menge
von Urkunden, welche diese Stadt mit dem einfachen e schrei-
ben ; nicht geringer ist die Zaiil derjenigen Diplome, welche
sie mit ae und mit dem Umlaute ä bezeichnen. Urkunden
mit Graz oder Gracz kommen in dieser Periode fast gar
nicht mehr 5or. — ^s konnte dalier unser alter Kindermann
mit Recht sagen: „Der erste „deutsche Name dieser Stadt
„war also Grrz. Vald kam auch t hi,nu, und sie hieß
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918