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Guido Adlers Erbe - Restitution und Erinnerung an der Universität Wien
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© 2017, V&R unipress GmbH, Göttingen ISBN Print: 9783847107217 – ISBN E-Lib: 9783737007214 stücke“ enthielten, welche Guido Adler in seiner Eigenschaft als Ordinarius abgefasst hätte. Diese Faszikel waren in Papier verpackt und trugen gemäß Nowak folgende Aufschriften: „Akademische Besetzungsvorschläge“, „Hand- schriftliche Gutachten und Kollegenmaterial“ und „Akten und Briefe zum Vorschlag1927“.7 Letztlich entschied das Bundesministerium für Unterricht trotz Nowaks Widerstand zugunsten des Restitutionswerbers, jedochmit der Auflage, dass von denManuskripten imNachlass für die NationalbibliothekKopien herge- stellt werden dürften. Außerdem schloss man sich Nowaks Einschätzung an, dass die als „irrtümlich“ im Nachlass bezeichneten „Dienststücke“ der Uni- versitätWiengehörenwürdenunddeshalbdemRektoratderUniversitätWien ausgefolgtwerden sollten.8DavonwurdeauchdieUniversität verständigt, und am 18.Dezember 1950 bestätigte ein Mitarbeiter der Rektoratskanzlei dem LeiterderMusiksammlungdieÜbernahmederdreiFaszikel.Schonamnächsten TagwurdensiemitBegleitschreibendesRektorsdemUniversitätsarchivüber- mittelt.9 DierascheEntscheidungdesRektors JohannesGabriel (1896–1964),diedrei Faszikel aus demNachlass vonGuidoAdler demUniversitätsarchiv zu über- geben,erscheintnaheliegend.Dennochkönntemanfragen,weshalbnichtauch dasmusikwissenschaftliche Institut als Aufbewahrungsort der vonNowak so bezeichneten„Dienststücke“ inErwägunggezogenwurde.Schließlichwardort immer noch Erich Schenk als Vorstand tätig, er fungierte 1950/51 sogar als Dekan der Philosophischen Fakultät, und es ist wahrscheinlich, dass er, der schonbeimRaubdesNachlassesmitgewirkthatte,auchüberdieRestitutionund diedamitverbundenenAuflagenBescheidwusste.DiedreiFaszikelhattensich sogarschonzuvorfürkurzeZeit inseinemInstitutbefunden,dennerstnachder Einigungmit derNationalbibliothek,wonachdemInstitut dieBücher unddie Noten,derBibliothekhingegenderhandschriftlicheNachlassAdlerszustünden, hatte Schenk1942 insgesamt51Konvolute andieMusiksammlungabgetreten, und zwar in zwei Lieferungen von je 26 bzw.25 Konvoluten.10Die bereits er- wähnte Bestandsliste von Leopold Nowak aus dem Jahr 1950, in der die drei Faszikel mit „Dienststücken“ eigens hervorgehoben waren, entspricht genau diesen Zahlen.11Mankann daher vermuten, dass wegen der schon bald nach KriegsendegegenSchenkgeäußertenVorwürfe,welcheseineaktiveRollebeider 7 Ebd. 8 UAW,Akad.SenatGZ181aus1950/51, SchreibendesBMUvom4.12.1950 (Durchschrift). 9 UAW,Verwaltungsakten des Universitätsarchivs, UAZl. 23 aus 1950/51,Übernahmebestä- tigungvom27.12.1950. 10 Hall/Köstner:Nationalbibliothek (Anm.2), S. 297. 11 WieAnm.6. KommentierteListeder2012/13 restituiertenArchivalienGuidoAdlers 231 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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Guido Adlers Erbe Restitution und Erinnerung an der Universität Wien
Titel
Guido Adlers Erbe
Untertitel
Restitution und Erinnerung an der Universität Wien
Herausgeber
Stefan Alker-Windbichler
Murray Hall
Markus Stumpf
Verlag
V&R unipress GmbH
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-0721-4
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Political Science, National Socialism, Nazi-looted, musical life, provenance research, Nationalsozialismus, NS-Raub, Musikleben
Kategorie
Kunst und Kultur
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