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Klöstec
an verschiedenen Orten Osterreichs Gelegenheil znr
Niederlassung (\\' i e n e r - N e u s lad t, Kr e m s,
K I o s t l' r n p u b ur g, Tu lln, L e o b en und B o-
z (' n\
Di,· katholische ncrorm des lß. Jahrhunderts
verknüpft sich i11 Osterreich wie in vielen anderen
Liindern. Eu1·opas mil der "Gesellschaft Jcsu" (den
Jesuiten), dil' durch den spanischen Edelmann rgna-
ziu> \'Oll Loyola (1-191- 1556), im Baskenland daheim_
153 i gegründet und 1510 von Papst Pius III. ge-
nehmigt wurde. Der erste Jesuit betrat am 25. April
1551 den Boden Wiens. Yon 1552 an wirkte der große
hollä n di;cht· J ('Suit Pclrus C:misius (1521- 1597) in
Ost.erreich. Il11·e ~iedcl'lassungen wurden wie die
Klöster der allen Orden im ·Millelaller Zentren der
nE:uaufiJiühenclen Darockkullur (.Tesuilenslil, .Tesuilen-
clr:~ma) Ein unvoreingenommenes Urteil muß zuge-
ben. daß sie zur Zeit ihrer Blüte in vielen Belangen
führend "·aren. Neben ihnen wirkte der Schulorden
der Pi a r i s l e n und die erneuerte Franziskanische
Bewegung der Kap u z i u c r, die sich besonders der
\'olksmission widmeten. Die Klosteraufhebungen .To-
sephs II. (1780--17f!O) L1·afen dann im 18. Jahrhun-
dert vor allem jene Orden, ,,die weder Kranke war-
ten, noch Schule hallen. also dem Nächsten ganz
und gar unnütz sind". Es war dies der Standpunkt
der Aufklärung (siehe Slichworl Joscphinismus), die
de,J reinen Nützlicilkeilsstnndpunkl vertrat und dem
bloß beschaul ichen Leben kein Verständnis abge-
winnen konnll'. Die Zeit war dem Ordenswesen als
solche111 ungünstig. Wurde doch sogar der Papsl
Clcml'ns XIV. (1769-177~) von den k a t h o I i s c h e n
Regierungen der bourbonischen Slaalen (Frankreich,
Spanien, Neapel) genöligl, 1773 den .Tesuilenorclen
.aufzuheben.
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Das Handbuch des Österreichers
- Titel
- Das Handbuch des Österreichers
- Herausgeber
- Ernst Görlich
- Verlag
- Österreichischer Kulturverlag
- Ort
- Salzburg
- Datum
- 1949
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 8.1 x 12.1 cm
- Seiten
- 376