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Das Handbuch des Österreichers
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Literatur zurechnen, weil es englisch geschrieben wurde. Wir kennen Dichter. die in einer anderen als i!u·er Mut- Lerspraclw geschrieben haben: der Franzose Cha- misso wurde zum deutschen, der Pole Joseph Con- rad zum englischen Dichter. Der Nobelpreislt·äger für Literatur, S. T. Eliot. wird als englischer Dichter gefeiert und isl amerikanischer Herku.nft. Armand Godoy, "le plus grand poete calholique cle France" (Robert Bandeau) ging ,·om Spanischen zum Eng- lischen und ,·on diesem zum Französischen über, ehe er die ihm zusagende Sprache gefunden halle ~vgl. Andt·6 DcY:mx: Armand Godoy, ein Dichter des KHLholizismus. übersetzt von Alfred Neumann, vVicn, 1936). Andererseits beansprucht der Schweizer Arlhur ßaur in der von ihm herausgegebenen "Svisa anto- logio" (Paris-Budapest, 1939) nicht nur die deutsch· schr·eibenden Schweizer, sondern auch die ' franzö- sisch, ilalieniscll und räthoramanisch schreibenden Mitbürger für die S C"l1 w e i z e r Literatur, "denn die Schweizer formen trotz der Sprachen e ine Nation und die Gemeinschaft drückt sich auch in der Litera- tur durch gc\\'isse. gemeinsame Züge aus" (S. 6). Für die Österreichische Literatur bedeuten diese Festsleilungen die Forderung, daß wir uns auch über - das Ei g c n s L ii n d i g e i h r es Wesen s klar sein müssen. \Venn man vor allem den Norddeutschen vorgeworfen hat, daß sie den Österreichischen D-ich- tern eine Aschenbrödelrolle in ihren Liter~turge­ schichten zugeteilt haben, so braucht dies durchaus nicht immer Zeichen eines bösen Willens gewesen seit~. Die Österreichische Literatur ließ sich eben ofl nicht in das vorbereitete Entwicklungsschema hineinpressen und mußte deshalb übergangen wer- den oder als "Epigonm1tum" im Anhang abgetan erscheinen. \Var es doch sogar ein gebürtiger Oster- 157
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Das Handbuch des Österreichers
Titel
Das Handbuch des Österreichers
Herausgeber
Ernst Görlich
Verlag
Österreichischer Kulturverlag
Ort
Salzburg
Datum
1949
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
8.1 x 12.1 cm
Seiten
376
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