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Noricum
Slellung eines britischen Hesiucnlen bei einem ein-
heimischen indischen F ürslen in früherer Zeit, vgl.
Kenner : Noricum u. Pannonia, Wien, 1870, S. 5). Erst
gegen die Mitte des ersten nachchrisUichcn Jahr-
hunderts verschwinden die einheimischen norischen
Könige (so wie viele andere dieser Fürsten an allen
Grenzen des H.ömischen Reiches) und das König-
reich wächst, wie auch Mommsen (in der "Römischen
Gcscllichle'·) feslslclll, in Personalunion mit dem
Imperium zusammen. Die Inschriften beweisen, daß
die römische Verw81lung auch dann noch das König-
reich dem N a m e n nach weiter bcslehen ließ und
es nicht als gewölmfiche Provinz behandelte (1\far-
quardt: "Staatsverwaltung", I).. Die ersten Prokura-
toren des Königreiches Noricum (procuralorcs rcgni
Norici) l'ührleu einheimisch-norische Namen (J. G.
Seid! : "Beiträge zu einem Namensverzeichnis der
römischen Procuratoren in N oricum" in den Sitzungs-
berichten der phil. h.ist. Klasse der Wiener Akademie
dec Wissenschaft 1854, XIII) und auch die Finanz-
verwallung unterschied noch weiter eine eigene
Stnalskassc des norischen Königreiches. Erst nnlcr
Kaiser Mare Aurel (161- 180, gest. in V,Tien) fi{gle
sich das bisherige Königreich in das allgemeine
Schema der römischen Provinzialverwaltung ein.
\Vä'hrencl die norische Mannschaft bjsher in landes-
eigenen Verbänden gedient halte (Tacilus: "Hi.storien",
I, 67; III, 5), fand sie jelzt in den Legionen Auf-
nahme. Das illyriscll-keltische Noricum romanisierte
sich rasch und spätantike Kultur wurde in donau-
länclischer Prägung herrschend. Auch dann noch,
als in der V ölkcrwanclerung das W cströmische Reich
allmählich ·in die mitlelalterlichen Organisations-
forfnen überging, erlosch der Zusammenhang mit
der römisch-antiken Oberlieferung nicht. Wir wissen
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Das Handbuch des Österreichers
- Titel
- Das Handbuch des Österreichers
- Herausgeber
- Ernst Görlich
- Verlag
- Österreichischer Kulturverlag
- Ort
- Salzburg
- Datum
- 1949
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 8.1 x 12.1 cm
- Seiten
- 376