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Das Handbuch des Österreichers
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Preußen slelll. Eine der stärksten ;\-lächle, die diesen Geist verbrcilcle, war das \Vagnerianerlum. Ob \Vagner selbst ein echter Nationalist war, bleibe dahinge- sle]ll. Manche seine Äußerungen sprechen sehr da- gegen. Auch der Gehalt seines unvergleichlichen Werkes kann nicht als nalionalislisch bezeichnet werden. Aber der Einfluß, den Wagner dadurch er- hicll, und vor allem der Kreis, der sich um Wagner sammelte, wirkten in diesem Sinn. Hier wurde zu- erst bewußt der Rassenglaube gepflegt, die Ober- zeugung, daß die Ger01anen und insbesondere die Deutschen allen anderen Völkern überlegen und so- mit zur WeiLherrschaft berufen seien, mindestens zur geistigen. Die Jünger Wagners verbreiteten in Deutschland die Ideen Gobineaus, der in seinem Vaterlande Frankreich unbcachlct blieb. Später wurde H. St. Chamberlain, der Schwiegersohn Wag- ners, der Hauplaposlcl der Rasscnlchre. überall hat ferner die Geschichtsschreibung zur Ausbildung einer nationalistischen Ideologie beigetragen. Auch hierin ist aber die deutsche Historik wohl weiter gegangen als jene anderer Nationen. Nicht minder wurde" die Lehren großer Philosophen zur Stützung nalionalislischer Lehren in Anspruch genommen, besonders solche pessimislischet· und irrationalisti- schcr Richtung. Daß sie selbst meist jede nationale Oberhebung scharf abgewiesen haben, hat dies nicht gehindert. Es hal wohl nie einen schärferen Gegne1· des N alionalismus überhaupt und besonders des deu Ischen gegeben als Friedrich Nielzsche. Er war durchaus Weilbürger und voll Hohn gegen die Be- schränktheit des Nalionalwahns. Dennoch hat seine Machllchre vielen Gebildeten den Weg zur Anbe- tung des nationalen Machlideals gebahnt, insbeson- dere indem sie das Christentum unlergntb und die 245
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Das Handbuch des Österreichers
Titel
Das Handbuch des Österreichers
Herausgeber
Ernst Görlich
Verlag
Österreichischer Kulturverlag
Ort
Salzburg
Datum
1949
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
8.1 x 12.1 cm
Seiten
376
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