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Das Handbuch des Österreichers
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Sprache meinsprache als Literatursprache schon auf schwa- chen Füßen stand. Die Schwäche beruht freilich im i\Iangel an starkeri Talenten, die der heimischen Sprache, reich an Idiotismen, wie sie eben war, Respekt verschafft hällen" (Ruclolf Latzke: ,.Oster- reichische DialektliterJlur" in: "Reallexikon der deut- schen Lileralurgeschic!Jle''. II. Bel., S . .537, Berlin, 1926/28) Der größte Meister dieses "Osterr8ichiseh- Teulsch" wurde dann im 17. Jahrhundert der ·be- rühmte Hofprediger Abraham a Saneta Clara '164-l· - 1709), dessen sprachschöpferisches Genie beute all- gemein anerkannt isl. Auch das wenle"ncle \Viener Volksschauspiel bedient sicl1 schon in seinen An- fängen dieser nun von ihm ins \Vieneriscne llm- gefär!Jten Sprache. Seo blieb es im wesentlicl1en bis zu der berühm- ten Audienz des Leipziger Sprachdiktators Gottschell (1700- 1766) bei Kai;erin i\Iaria Thercsia im Jahre 17~9, die ibm gegenüber bekannte: ,.Wir Oslen·ei- cher haben eine sehr schlechlc Sprache'·. Von nun an begann sich die mcißnel'ische (obersächsische) Form der neuhochdeutschen Schriftsprache allch in Ö5l<'n eich cllii'Chzusclzen. Ein Kreis von Aufklärern war es. der sich etanun ganz besonders llemühle, während einzelne i\Iiinner. wie der Universitätspro- fessor Johann Siegmund Popowilsch (1105- 177-1), die- se" Bestrebungen heftigen Widerstand enlgegenselz- lcn. Er kümpflc gegen die Einseiligkeilen Gollschecls (d'c bcknnnllich auch von Lessing in seinen Schrif- lc'1 abgclclml wurden) und forderte, daß die Schrirt- sprache durch den Worlschalz .,der ßauem und \Iirlen, der Jiiger und Bergleute'" ergiinzl werde. Ein umso berechtigteres \'erlangen, als ja die Schrirt- spr:lCIIe selbst einen ihre1· Grundpfeiler im Bayri- scht'n und Oslt>rrcich isl'iwn stehen hntle. Die Lage 284
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Das Handbuch des Österreichers
Titel
Das Handbuch des Österreichers
Herausgeber
Ernst Görlich
Verlag
Österreichischer Kulturverlag
Ort
Salzburg
Datum
1949
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
8.1 x 12.1 cm
Seiten
376
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