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Handbuch der Ornamentik - Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
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494 Pult and Staffelei. d. Verschiedenes. Pul t u n d Staffelei . (Tafel 257 Als Pulte bezeichnet man Gestelle mit schräger Fläche zum Auf- legen von Büchern etc. Sieht man von Lese-, Noten- und anderen Pulten für den Profangebrauch ab, die gewöhnlich keine weitere .Aus- schmückung erhalten, so kommen in Betracht die im Dienste de» Kirche befindlichen Pulte: Betpulte, Mefspulte, Evangelienpulte, die teilweise schon im frühesten Mittelalter eine reiche Ausstattung er- fahren haben. Sie werden gebildet aus Holz oder aits Metall oder aus beiden Stoffen zugleich. Man unterscheidet einfache und Doppel- pulte. Als Pultfläche wird häufig der Rücken eines Adlers mit ge- spreizten Flügeln benutzt (Adlerpult), ein Gebrauch, der, wie man annimmt, auf den Evangelisten Johannes zurückführt, dessen Symbol der Adler ist. Die kirchlichen Pulte hatten teils einen bestimmteu Standort im Chor, teils waren sie zum Versetzen eingerichtet. Die tragbaren Pulte waren hin und wieder sägebockartig gebaut und zu- sammenlegbar; hierbei wurde die Auflagfläche durch Gurten ersetzt (Fig. 6). Die feststehenden Pulte werden nicht selten in ihrem oberen Teil drehbar und mit Armleuchtern, sowie mit Schnurpendeln zum Festhalten der Buchblätter versehen. Die Staffele i ist ein schräg.stehendes Rahmengestell mit drei oder vier Füfsen. Vorder- und Hinterteil sind öfters scharnierartig verbunden, um ein beliebiges Schrägstellen zu ermöglichen. Die Vorder- seite erhält ein kleines Unterlagbrett, das durch verstellbare Nägel oder irgend eine andere Einrichtung höher und tiefer gelegt werden kann. Die Staffelei ist ein Mobiliarstück der neueren Zeit und dient in seiner gewöhnlichen, unverzierten Form dem Maler, Bildhauer u. a. als Arbeitsgerät. Häufig erhält die Staffelei aber auch reichere Aus- stattung und dient als Prunkstück zum Aufstellen von Bildern, von Mappen etc. Die Verzierung pflegt dann Bezug zu nehmen auf Attribute der Kunst, wie das Figur 7 zeigt. Tafel 257. 1. Gotisches Adlerpult aus dem 15. Jahrhundert. Kirche St. Sim- phorien in Nuits. Untersatz aus Holz, Buchgestell aus Schmied- eisen, Adler und Kugel vergoldet, Drache grün bemalt. (Viollet- le-Duc.) 2. Mittelalterliches Adlerpult aus San Stefano in Venedig. (Mothes.) 3. .Adlerpult aus Marmor, Dom zu Pisa. Italienische Renaissance. 16. Jahrh. (Kunsthandwerk.) 4. Mittelalterliches Doppelpult mit drehbarem Schaft. Ende des 13. Jahrh. (Viollet-le-Duc.)
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Handbuch der Ornamentik Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
Titel
Handbuch der Ornamentik
Untertitel
Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
Herausgeber
Franz Sales Meyer
Ort
Leipzig
Datum
1937
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.6 x 15.7 cm
Seiten
628
Kategorie
Kunst und Kultur
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