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Handbuch der Ornamentik - Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
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ß4ö licialdik. Wappenbilder sind häufig aus Monogrammen, Hausmarken und Handelszeichen entstanden. (Die Überschrift eines Fuggerschen Wappens aus dem Jahre 1382 lautet: „Dises zaichen, wirt Virich Fugger, vorbemelten Hansen Fuggers Bruder, gepraucht haben, Weichs hernach Jacob Fugger, des namens der erst, angenommen, und das sambt seinen Sünen, bis auf aufpringung des Wappens, gefiert hat.") Das Wappenwesen lag den Herolden ob, die als Amtszeichen einen Wappenrock und einen Stab führten. Heraidsämter üben heute noch die staatliche Kontrolle. Es mögen im Ganzen etwa 200 OOO Wappen existieren, Geschlechts-, Städte-, Gesellschafts- und Amtswappen ein- gerechnet Wappen heifsen redende, wenn ihre Bilderden Namen des Trägers angeben, z. B. Segler: ein Schilf mit Segeln, Dürer: eine offene Thür; halbredend heifsen sie, wenn der Name nur teilweise angedeutet wird, z. B. Taxis: ein Dachs, Klingspor: ein Sporn. Es sind 3 Hauptepochen des Wappenwesens zu verzeichnen: 1. Die Zeit vom 11.—13. Jahrhundert, in der der Schild allein mit seinem Bilde das Wappen darstellte; d. i. die Entwickelungszeit der Heraldik. 2. Die Zeit vom 13. —15. Jahrhundert, in welcher Schild, Helm und Helmschmuck das Wappen ausmachten und in welcher die bemalten Schilde und Helme wirklich getragen wurden; d. i. die Blütezeit der Heraldik. 3. Die Zeit vom 16. Jahrhundert bis heute, in der das lebendige Wappenwesen sowie das Tragen des Schildes und Helmes mit den Abzeichen aufhörte; das ist die Ver- fallzeit der Heraldik, in welcher Willkürlichkeit, Verständnislosigkeit und ein Herumreiten auf verknöcherten Systemen an Stelle des leben- digen Wappenwesens treten. Nach der stilistischen Seite kann man unterscheiden: frühgotische, spätgotische, Renaissancewappen, die Wappen des Barocko und Rokoko sowie moderne Wappen. Die allgemeine Stilrichtung hat die Heraldik stets beeinflufst; durch- gehends jedoch ist die architektonische Entwickelung dem Wappen- wesen hierbei etwa 2 Jahrzehnte voraus. Das Wappenwesen hat in den einzelnen Ländern eine verschiedene Entwickelung genommen und auch unsere heutigen Systeme sind in Deutschland, Frankreich, England u. s. w. nicht unwesentlich auseinandergehend. Es kann an dieser Stelle kein ausfuhrliches Eingehen auf die betreffenden Einzelheiten erfolgen. Es soll in aller Kürze nur das Notwendigste erörtert werden. Die einzelnen Tafeln behandeln die heraldischen Farben oder Tinkturen, die Einteilung des Schildes und seiner Formen, die Wappenbilder, den Helm und Seine Zuthaten, die Rang- und Würdezeichen, sowie die heral- dischen Prachtstücke. Wer sich eingehender mit der Heraldik befassen will, dem steht eine genügende Litteratur zu Gebote; seit Bartolus de Saxoferrato um die Mitte des 14. Jahrhunderts sich mit der Materie befafste, ist mehr als genug über Heraldik geschrieben worden. Zur Ergänzung und Mitbenutzung beim Studium und Unter-
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Handbuch der Ornamentik Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
Titel
Handbuch der Ornamentik
Untertitel
Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
Herausgeber
Franz Sales Meyer
Ort
Leipzig
Datum
1937
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.6 x 15.7 cm
Seiten
628
Kategorie
Kunst und Kultur
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