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Handbuch der Ornamentik - Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
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552 Tinkturen und Schildteilung. — Schildformen. Schraffierung stets nach der Wappenaxe, da sonst Verwechselungen unmöglich zu vermeiden wären. Nach altem heraldischen Grundsatz soll Farbe nicht an Farbe und Metall nicht an Metall grenzen. Man bezeichnet Abweichungen von der Regel als sog. Rätselwappen. Übrigens ist das genannte Prinzip nicht immer durchfiihrbar, hauptsächlich nicht bei zusammen- gesetzten Wappen. (Vergl. die Tafel 283.) Was die Schildteilung anbelangt, so ist zunächst zu bemerken, dafs die Bezeichnungen rechts und links sich auf den Träger des Schildes beziehen; die Ausdrücke sind demnach so gemeint, als ob man hinter dem Schilde stände und denselben vor die Brust hielte; daraus ergiebt sich, dafs die Bezeichnung gerade eine umgekehrte ist wie im gewöhnlichen Leben. Durch die Teilung des Schildes vermittels Linien entstehen Felder oder Plätze (wenn sie quadratisch sind, auch Quartiere genannt). Unsere Darstellung teilt den Schild in 9 Quartiere. Die Bezeichnungen für die verschiedenen Schildstellen und Plätze sind der Figur unserer Tafel beigedruckt, so dafs eine weitere Auseinandersetzung hier wegfallen kann. Auf den Schild werden häufig weitere Schilde aufgesetzt. Haupt- oder Rückschild heifst dann der gröfsere Schild, der die kleineren aufnimmt. Der kleinere auf der Herzstelle aufliegende Schild heifst Herzschild. Der Mittelschild entsteht, wenn zwischen Haupt- und Herzschild ein weiterer Schild eingeschoben wird, also 3 ver- schieden grofse Schilde aufeinander liegen. Herz- und Mittelschild haben hierbei die Form des Hauptschildes. Die obere und rechte Seite des Schildes sind die vornehmeren, die bevorzugte Stelle ist das rechte Obereck. In der Beschreibung (Blasonierung) des Wappens wird diese Stelle zuerst „angesprochen", d. h. genannt und beschrieben. Schildformen. (Tafel 282.) Die Form des Wappenschildes ist sehr verschieden und haupt- sächlich durch die Entstehungzeit bedingt. Der älteste heraldische Schild ist der Dreiecksschild nach Fig. I. Derselbe ist im 12., 13. und 14. Jahrhundert im Gebrauch. (Auf Reitersiegeln zeigt der- selbe erst halbe, später drittel Manneshöhe; sein Verhältnis der Höhe zur Breite ist etwa lO : 7.) Im 14. Jahrhundert erscheint neben dem Dreiecksschild der oben rechtwinklige, unten abgerundete sog. halb- runde Schild und etwas später der unten zugespitzte Schild nach Fig. 2. Diese Form wie die daraus entstandenen, dem 16. Jahrhundert angehörigen Formen der Figuren 4—6 wurden in Wirklichkeit wohl nie getragen, sondern sind rein heraldischer Art. Zu Ende des 14. Jahrhunderts tauchen die Tartschen, die Stich- oder Rennschilde,
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Handbuch der Ornamentik Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
Titel
Handbuch der Ornamentik
Untertitel
Zum Gebrauch für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen
Herausgeber
Franz Sales Meyer
Ort
Leipzig
Datum
1937
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.6 x 15.7 cm
Seiten
628
Kategorie
Kunst und Kultur
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