Seite - 294 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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294 VI.2.Edition
verfalln sein zu gemainem nutz der stat. Aber in denselben jarmèrkhten mu˚gen sy damit
hanndlnalsandergesst,nach lauttdes jarmarkhtbrifs,dendie stathat2,dochsullenesdie
geswornbeschawmaisterder zingiesserhie vorbeschawn,obdasgu˚tundgerecht seyund
den lewten nùtzlich, damit nymants betrogen werde. Und was sy solhs werchs finden,
dasnicht gùtnochgerecht ist, das sullen synemenunddemburgermaister antwu˚rten zu
gemainemnutzder stat.
Doch hat im der rat gwalt vorbehalten, die ordnung zu verkern, ze mynnern oder ze
mern,wieundwann indas gevellt.
149.
OrdnungderSchilter undMaler.
[1378–1410]1.
HWOBfol.52r.
Druck:Camesina,Glasgemälde195;Uhlirz,Urkunden1Nr.13.941.–Literatur:Zatschek,
Handwerksordnungen21f.
Dermaler rechta
[1.] Sich sol kain schilter noch geistlicher malèr hie zu maister setzen, er pring dann ee
urkund, von dann er herkomen sey, das er sich daselbs erberleich enthalten hab, oder er
beweisb es hie vor dem rat mit erbern lewten, und das er ain elich hausfrawn hab und
burgerrecht gewinn.
[2.] Sy sullen under in erwellen zwen maister oder meniger, die in der rat bestetten
sol, die ir arbait beschawn, was zu dem leib herren, rittern und knechten zu schimph
oder zu ernst gehort, es sein stechtzeug, turneistzeug oder wie es genant ist, das sullen sy
beschawn plòssc und gehewts, und wo sy denn ain valsch, ungerechts werch vinden, das
solmanverprennen,derwartdasherren, ritterundknechtdamit ichtbetrogenwerden.
[3.] Esmùgenauchdieselbenhantwerich in irmhantwerichallesdasgearbaittenund
machen,das gùtundgerecht ist, freilichundanalle irrung.
150.
Der Rat [der Stadt Wien] erteilt den Malern, Schiltern, Glasern, Goldschlägern, Seiden-
stickernundAufdruckernaufderenBitte eineOrdnung.
1446Juni28.
HWOBfol.52r–v.
Parallelüberlieferung:WStLA,H.A.-Akten68/15.Jh. fol.1r–2v (Abschrift spätes 16.Jh.).
Druck: Camesina, Glasgemälde 196f.; Uhlirz, Urkunden 1 Nr.15.219. – Teildruck: Löw,
149 aÜberschrift rubriziert. ImrechtenoberenEck: Das istdermaler r(echt). b -skorr. c Langes -s-korr. aus
rundem -s-.
2 Im Jahrmarktprivileg Herzog Albrechts III. vom 29. September 1382 werden die Einfuhrbeschrän-
kungen für allerlei Waren – mit Ausnahme des fremden Weins – für die Dauer der Jahrmärkte gelockert;
Original: WStLA, H.A.-Urk. Nr.1038 (= Privileg Nr.23), Parallelüberlieferung: EB fol.53v–54v; Drucke:
R
, Rerum Austriacarum Scriptores 3 Nr. XXXVIII; Rechte und Freiheiten 1, ed. T Nr. XCVI;
FRA III/9 Nr.43; Regest: QGW II/1 Nr.1038; O , Eisenbuch 42. Vgl. dazu auch allgemein O
, Jahr-
marktpassim.
149 1 Vgl.Z
,Handwerksordnungen22,40.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen