Seite - 315 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.168–170 315
recht sey, und darnach sullen sy es nùr verkauffen in den hewsern, da sy ze herwerg sind
undnicht alswo.
[6.] Wo dieselben zwen maister vindent und begreiffent einb werchb, das nicht ge-
recht ist, es sey hie gemacht oder herbracht, das sullen sy nemen und dem burgermaister
antwurten, das man es der stat ze nùtz anleg und dem richter sein wanndel davon geval-
len lass, dennoch wil sy [69r] der rat swerlich pessern. Sprèch aber kainer, man hiet im
unrechtleich beschawt, und wolt das werch gerecht machen, das sullen sy im stat tùn vor
denandernmaisternallen.
[7.] Man sol auch aus dem galawnten riemwerch nicht machen kain sil noch aftersil,
kainen zawm, kain steirkclederc [!], kain gegenleder, kain halfter noch kainen krappen
sol man damit vassen, man sol auch daraus kain spangùrtl machen, aber ain spangùrtel
mag man damit undertziehen; und auch gemainklichen sol mènikchleich verpoten sein
ausgelawnten riemberchzuarbaittenallesdas,das zu˚ rossenoder zuwegengehoret.Wer
es daruber arbaitt oder in wes gewalt man es vindet, dem sol man es nemen und dem
burgermaister antwurten der stat ze nùtz und sol in der rat dartzù swerlich pessern, denn
von solher poser arbait mugen die lewt in gross schèden komen an leib und an gùt. Aber
dochsolundmagmanaussolhemgelawntemriemwercharbaittengùrteln,die tewristdie
virtzehenWiennerphennigwert seyundherwider aufdasmynnistundnichthinuber, sy
seingnètoderungnètd.
170.
DerRatderStadtWien entscheidet einenStreit zwischendenLederernunddenRiemern.
1414März17.
HWOBfol.69r–v.
Parallelüberlieferung:T2 fol.164v.
Druck: Hütter, Lederer 42 (HWOB); FRA III/10/4 Nr.2053 (T2). – Regest: Otruba–Sago-
schen,Gerberzünfte157.–Literatur:Uhlirz,Gewerbe620,679.
Von ledrèrnundden riemerna
AnnoDominimillesimoquadringentesimodecimoquartodesnagstensambstagsvorLe-
tare in der Vassten komen fur den rat der stat ze Wienn die maister die ledrèr ze Wienn
an ainem tail und habent da geklagt und furgelegt, wie in die riemer gemainkchlich in ir
hantwerichgreiffenandemstukch,dasgelawnthewthaissent,das sydasmachentund ir
èscher potigen habent, das von alter nicht also herkomen sey, wann sy seyn riemèr oder
nicht ledrèr; mit dem sein yre baide hantwerch underschaiden, das die riemer kain haut
indenalawnmachennochkaineascherpotigenhabent sullen,wanndasgehoralain [69v]
die ledrèr an,dasdie èscherpotigenhabenund irhèwt indenalawnmachen.
Daengegenkomenandemandern tail daselbs auch fùroffen ratdie riemergemaink-
lich ze Wienn und sprachen, das sy ye und ye ir escher potigen gehabt und ir hewt, die
sy aus dem aschen wurchent, in den alawn gemacht hieten und nicht die ledrèr, als das
menigernhantwerhen,diedesbedurffen,wissentlichwer;undkriegtendarnachvordem
ratzubaiderseittalslang,untzdassyderselbenkriegallermitgùtlichemwillenunbetwun-
b–b Nach T2; fehlt in HWOB und in H.A.-Akten 18/15.Jh. c T2: sterckleder; H.A.-Akten 18/15.Jh.:
steygleder. d H.A.-Akten 18/15.Jh. folgt: Also stet es zu Wienn im [hantwer]chsordnungpuech geschriben.
ErsterTeil desWortes hantwerchs durchdas Siegel des Stadtschreibers verdeckt.
170 aÜberschrift rubriziert.AmrechtenRanddaneben: Vonden ledrernundriem(ern).
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen