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316 VI.2.Edition
genlich hinder den rat gegangen sind in ain recht darumb ze sprechen, dabey sy furbas
vor allemkriegbeleibenwolten.
Unddarumb istmit fragundurtail gevallen, seynddas ettlichengantzenhantwerhen
wissentlich ist, als des der rat aigentlich von in underweist ist, das die riemer ir hàwt in
den alawn gemacht habend, da sull es gentzlich noch bey beleiben, das die ledrèr kain
hawt indenalawn furbasmachen sullen,weder vil nochwenig.
171.
Der Rat [der Stadt Wien] erteilt den Lederern auf deren Bitte eine Ordnung, den Kauf von
Lohebetreffend.
1428März16.
HWOBfol.69v–70r.
Parallelüberlieferung:T3 fol.273r.
Druck:Hütter,Lederer42f.;Otruba–Sagoschen,Gerberzünfte167(beideHWOB).–Teilab-
bildung:Otruba–Sagoschen,Gerberzünfte158(HWOB).–Literatur:Uhlirz,Gewerbe643;
Zatschek,Handwerk101.
Ainordnungder ledrèra
AnnoDominimillesimoquadringentesimovicesimooctavodeseritagsnachLetare inder
Vasstenhabentdieherrendes ratznachfleissigerpetder ledrèrhie zeWiennainordnung
under ingemachtundaufgesatzt, als hernachgeschriben stet:
[1.] Von erst was lach herbracht wirdet, es sey auf wasser oder auf lannd, den sullen
dieselben ledrèr gemainklich undereinander tailen, wer sein bedorf. Wear aber, daz ainer
odermenigerdas lachnichtnemenwoltoder seinnichtbedarf, somùgendasdie andern
maister, die seinbedùrffen,nemenundunder sich tailen.
[2.] Ob aber beschèch, das man denselben [70r] lach in dem kauf nicht gar abmèss
und ain tail uberbelib und darnach ain leichter kauf darumb gemacht wùrd, so sol ir
czechsager yedem man sagen auf irm hantwerch, ob er des lachs nemen well in dem
kauff, derdann leichterdarumbgemachtwìrtb.
[3.] Hiet aber ainer oder meniger mangel an dem lach, so sol er zu dem czechmaister
geen oder sennden, das er den andern maistern irs hantwerchs sag, ob sy von der zech an
ir aller stat ain(en) poten umb lach aussenden wellen. Wolten sy aber an ir aller stat kai-
nen poten nicht aussenden, so mag ainerc oder meniger selb ausziehen oder senden. Was
dann derselbd lachs herbringt, den mag er alain behalden oder mit den andern maistern
tailen, oberwil.
[4.] Und wer der vorigen artikel ain(en) oder menigern nicht hielt und dawider tet,
als vorgeschriben stet, der sol gepusstwerdennachdes rats erfindung.
Imhatauchdervorgenantratgantzenundvollengewaltvorbehalten,dieegenan(ten)
artikel zemynnernundzemern,wennundwieofft sydes verlusstet.
171 aÜberschrift rubriziert. Darunter von späterer Hand: belanngund das lach. Am linken Rand daneben: Ord-
nungder ledrer. b T3: ist. c ai-korr. d -b korr. aus -s.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen