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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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322 VI.2.Edition 177. DerRat [der StadtWien] erteilt denWeißgerbern eineOrdnung. 1428Mai8. HWOBfol.72v–73r. Parallelüberlieferung:T3 fol.280v–281r. Druck:Hütter,Lederer44f.;Otruba–Sagoschen,Gerberzünfte167f. (beideHWOB).–Lite- ratur:Zatschek,Handwerk242. Der irher rechta AnnoDominimillesimoquadringentesimovicesimooctavodes sambstagsnachdesheili- genKrewtztag Inventionishabentdieherrendes ratsder irher recht in ir statpuchhaissen schreiben,und lauttent, als hernachgeschriben stet: [1.] Von erst das sich kain irhèr hie ze maister setzen sol, er beweis dann ee das hantwerch, ob er es kunn arbaitten, und das er auch ain eeliche hausfrawn hab und ain kuntschaftbring,woerdashantwerchundseine lerjargelerntundgedìnthab,undwann er dem hantwerch also genùg getan hab, so sol er burgerrecht gewinnen mit ainem hal- ben phunt phennig und sol auch dartzù in die zech geben ain halb phunt phennig; und ob des ainer nicht tùn und in ainem oder menigerm widersessig sein wolt, so sol er das hantwerhdieweilnicht arbaittendennnùranainsknecht stat, untzdas erdemnachkòm undausricht, als vorgeschriben stet. [2.] Itemundwennainmaister stirbtund lèt ainhausfrawnhinder im, syhabkinder oder nicht, dieselb sein hausfraw, dieweil sy witib beleibt, mag sy das hantwerch wol ar- baittenundtreiben.Beschèchaber,das sydannaufdashanntwerchheyratietundain(en) man nèm, wil derselb das hantwerch arbaitten, so sol er es beweisen und burgerrecht gewinnenb undallesdas volfùrn, sovorgeschriben stet. [3.] Itemobainshieigenmaisters sùnausser lanndesgelerntundsichhieeelichsetzen und ains maisters tochter oder ain andre nemen und das hantwerch treiben wolt, der sol auch das hantwerch beweisen und burgerrecht gewinnen und ain kuntschaft bringen, ob er seine lerjar ausser lanndes ausgedìnt hab, und sol auch dartzù ain halb phunt phennig indie zechgeben. [4.] Itemwasdieumbsessenausdempurkfrid [73r] hie irichherbringent, es seingast oder lantlewt, die in dem pùrkchfrid nicht sitzent, das sullen sy nindert anderswo ver- kauffen denn in den gasthewsern, da sy zu herwerg sind, miteinander und hinder zehen zeaintzigennichthingeben.WoltensyaberaufdemIrchhaus1 steen, somùgensyanden markchtegen ze aintzigen oder miteinander irch verkauffen, wie vil sy mugen, und an jedem markchtag geben vyr phennig; und welher das uberfùr, der sol der irich vervallen sein zuder statnùtz. Auch hat im der rat vollen gewalt vorbehalten, die obgenan(ten) artikel ze mern und zemynnernundzuverkern,wie indas ampesten fugtundwolgevellet. 177 aÜberschrift rubriziert.Am linkenoberenRand: Irher recht. b -nn- korr. 177 1 DasIrchhaus istmitdemSchuhhaus(WienI,HoherMarkt4/Landskrongasse8)gleichzusetzenund dientealsVerkaufsstättederWeißgerber.Nach1428wurdedasHausaufdemheutigenArealwiederkonsequent Schuhhausgenannt, vgl.KarteobenS.145;P     ,HoherMarkt81.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Titel
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Untertitel
(1364–1555)
Autor
Markus Gneiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Abmessungen
17.3 x 24.5 cm
Seiten
674
Schlagwörter
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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