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Nr.188–189 331
189.
Rechte derMüllerundMühlenanderSchwechat.
[vor1430]1.
HWOBfol.78r–79r.
Parallelüberlieferung2:T1 fol.153v–154r.
Druck:WeisthümerNÖ1, ed.WinterNr.113/I (HWOB);FRAIII/10/2Nr.909 (T1).
Dermulnèrundmulhof rechta
Hie sindvermerkchtdermulnèrundmulhof recht:
[1.] DiemulherrnaufderSwehentvonaindlefhofen,diezueinandergehòren,habent
gewalt, das wasser abtzelossen, wenn in das allerpesst kèm oder fùg, daran sol sy niemant
hindern, und das abgelassen wasser sol freilich fliessen von ainem sambstag untz an den
andern. Wer aber, das ainem mulherren oder mulnèr eehafte nòt irrte, das er dieweil en-
vollen nicht gegraben mocht oder gearbeiten, als er solt, dem sol genad widervaren. Das
sagendiegeswornvyrbey irmaid,das es alsoherkomen ist von irneltern, vondenedeln
herren, dem Got gnad, von hern Kadolten von Eberstorf3 und hern Rudorfb von Ebers-
torf4, seinen sun, und von den, [die] dietzeit an des hertzogen stat ze Himperg5 gewesen
sind, und von hern Reinprechten von Eberstorf6, dem auch Got gnad, ist es also her-
komen untz auf disen hewtigen tag, und als das hernach geschriben stet, als du wol es
sìchst.
[2.] Ein yeglicher mulnèr seins rawms und seiner schat magc erc anwerden, so er pest
mag; er sol sein schutt werffen in weingèrten, in pawmgàrten, auf gepawn ekchèr oder
ungepawn,die an sein(en)mulgraben stossent.
[3.] Er hat auch gewalt auftzeslahen aller slachtpawm, edel und unedel, und was sei-
ner achze schaden stetoderhanget,wolt yemantdas ymwern,des sullen imdesvor sein
die von Eberstorf und wer zu Himperg ist an des hertzogen stat, das sagen die vir pey irn
aiden.
[4.] Die mulherren und die mulner habent gewalt das wasser ze vahen, wo sy nagst
mùgen, wenn sy des bedùrffen als offt und sy es verliesen, und sullen dartzù nemen
reisèch,wasenund sant zuder schùtt, das sol inniemant [78v] wern.
189 aÜberschrift rubriziert. Am rechten oberen Rand: Der mulner und mulhof r(echt). b So HWOB. – T1:
Rudollfen. c–c T1 vongleicherHandüberderZeile nachgetragen.
189 1 DerTextwurdevonderAnlagehandeingetragenund istTeildesGrundstocksderHandschrift.Zur
Datierungvgl. auchWeisthümerNÖ1, ed.W Nr.113.
2 SieheauchWeisthümerNÖ1,ed.W Nr.113/II, eine imWortlautdeutlichandereOrdnung,
die durch Herzog Albrecht V. am 20. August 1430 bestätigt wurde; überliefert ist dieser Text nur mehr kopial
imFHKA,AlteHofkammer/Hoffinanz,Gedenkbuch1 fol.115r–117r.
3 Obwohl Kadolt und Kalhoch verschiedene Namen sind, kann eigentlich nur Kalhoch I. von Ebers-
dorf gemeint sein, gest. um 1311/12, da auch die im Text genannte Verwandtschaftsangabe auf ihn zutrifft;
dieser war ab 1298 oberster Kämmerer von Österreich, vgl. dazu S
, Eberstorf 153f.; NÖUB Vorausband
101f.
4 Rudolf I. vonEbersdorf, gest. um1324/25,SohnKalhochs I., ebensoobersterKämmerer inÖster-
reich, vgl. dazuS
,Eberstorf 154.;NÖUBVorausbandNr.78,82a,82b.
5 Himberg,VBBrucka.d.Leitha,NÖ.
6 Wahrscheinlich Reinprecht II. von Ebersdorf, gest. 1343, Sohn Kalhochs I., ebenso oberster Käm-
merer inÖsterreich, vgl. dazuS
,Eberstorf 154f.;NÖUBVorausband424u.Nr.78,82a,115.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen