Seite - 337 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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Nr.191–192 337
hat er aber der phennig nicht, so sol er gepùsset werden an dem leib nach rat und nach
erfindungdes ratsder stat zeWiennd.
192.
Der Rat der Stadt Wien bestätigt den Bäckern und Bäckergesellen von Wien, Krems, Stein,
Tulln, St. Pölten, Herzogenburg, Langenlois, Hadersdorf, Mautern, Klosterneuburg, Korneu-
burg, Wiener Neustadt, Traiskirchen, Baden, Pfaffstätten und Perchtoldsdorf eine Ordnung
aufgrund eines vondiesenvorgelegtenEntwurfs.
1429 Juni28.
HWOBfol.81r–v.
Parallelüberlieferung:T3 fol.325v–326r.
Druck: Ressel, Bäckergenossenschaft LXI–LXIII; FRA III/1 Nr.139 (beide HWOB). – Teil-
druck:Feil,Beiträge280(HWOB).–Teilabbildung:Uhlirz,Gewerbe694(T3).–Literatur:
Uhlirz,Gewerbe694;Pauser,Leichtfertige spill 22.
Ainordnungvonderpekchenund irr knechtwegena
AnnoDominimillesimoquadringentesimovicesimononoaneritag sandPeterund sand
Pauls abend,derheiligenzwelfpoten,komenfùrdenratder stat zeWienndiemaisterdie
pekchengemainklichhieundauch irknechtundettlichmaisterdiepekchenvonandern
steten, von Krembs, von Stain, von Tullen, von Sand Polten, von Hertzogenwurg, von
Leubs, von Hederstòrf, von Mauttarn, von paiden Newnburgen, von der Newnstat, von
Drèskirchen, von Paden, von Phafsteten, von Perchtoltzdorf und von andern mèrkchten
und dorffern des landes zu Osterrìch und habent uns furgelegt, wie sy durch vermeiden
willen ettleicher unfùr, die ir knecht auf dem hantwerch untzher gehanndelt hieten, ai-
nerordnungmitsambt irnknechtenuberainkòmenwèrn,dartzùdieselben irknechtund
all maister die pekchen irn willen geben hieten, die also furbaser ze halden, als hernach
geschriben stet, und paten den gantzen rat, das er in dieselb ir ordnung wolt bestetten
und zu ainer gedechtnuss in ir statpuch schaffen ze schreiben. Also hat in der rat dieselb
ir ordnung bestètt und in ir statpuch haissen schreiben von wort ze wort, als hernach
geschriben stet:
[1.] Von erst das kainer auf dem hantwerch, es sey maister oder knecht, mit valschen
wùrffeln nicht spilen noch damit umbgeen noch bey im tragen noch haben sol. Wer das
ubervarn wirdet, dem sol man das hantwerch versagen und von dem hantwerh urlaub
geben.
[2.] Item welhb pekchenknecht plètz besteen und auf die kirchtèg lauffen und dem
hantspil auswarten [!], die sol man auch auf dem hantwerch nicht dulden noch nyemant
aufdemhantwerchzudiener aufnemen.
[3.] Itemwelhgemaineweibmit inzumul fùrentundbey in ligentc unddasuberva-
ren wìrt von ainem pekchen oder melbler, dem sol das hantwerch als lang verpoten sein,
untzd [81v] das erdermaisterundderknechthulddarumbwider gewinnet.
d Unterhalb der Ordnung von anderer Hand: Das man nu furbas chain holtz noch chain(en) flas von der stat
Wienn auf der Tùnaw hinawfueren sol, es sey dann ders(elbe)n stat an schaden, und das es auch beschech mit
des ratsder stat zeWiennwillenundwissenundalzdaz auchvonalter gewonh(ait)herchomen ist.Fehlt inT2.
192 aÜberschrift rubriziert. Am rechten oberen Rand: Ain ordnung von der pekchen und ir knecht wegen.
b -l- korr. aus -r-. c -e- über der Zeile nachgetragen. d Am linken unteren Rand des Blattes von anderer Hand
eineKustode: VIIIus sext(ern)us.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen