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338 VI.2.Edition
[4.] Auchallediepekchenknecht,die sichverlassent aufdaswùrffelleichenundnicht
arbaittenwellent,wennman irrbedorfundvondenmaisterngevordertwerden,dene sol
auchdashantwerchals langverpotensein,untzdas syvonmaisternundgesellendarumb
huldgewinnen.
[5.] Auch alle die, die da herwerg westendf und ungelewnte weiber darinng habent
und sprechent, sy sein ir eelich weiber, den sol auch das hanntwerch verpoten sein als
lang,untzdas sydermaisterunddergesellenhuldgewinnent.
[6.] Item sy sind auch uberain worden, das kainer auf dem hantwerch, er sey maister
oder knecht, kain freye tochter noch ungelewnte weiber zu der ee nicht nemen sullen.
Wer des ubervert wirdet, dem solt das hantwerch versagt und verpoten sein. Demselben
lesten artikel hat in der rat nicht wellen bèstetten, darumb das es die heilig kanschaft
berùrt, yedoch hat der rat denselben lesten artikel zu in selben gesatzt ze halden oder
nicht zehalden,nachdemundsydes ainigworden sind.
193.
DerRat [der StadtWien] erteilt denBäckernaufderenBitte eineOrdnung.
1429September22.
HWOBfol.82r–83r.
Parallelüberlieferung: T3 fol.333v–334r; StA Wiener Neustadt, BV 3 fol.196r–197r (WNS
BV3); StAWienerNeustadt,BV2102 fol.243v–245r (WNSBV2102).
Druck: Schalk, Quellenbeiträge 465–468 (T3). – Teildruck: Ressel, Bäckergenossenschaft
LXIII (HWOB).–Literatur:Uhlirz,Gewerbe694f.
Derpekchen rechta
AnnoDominimillesimoquadringentesimovicesimononodesphintztagsnach sandMa-
theustag ist ainordnungdenmaisterndenpekchennach irrbegerungundmit irmwillen
vondemrat aufgesatzt, der sy sich furbashalden sullen, als hernachgeschriben stet:
[1.] Von erst es sol sich furbaser kain pekch zu maister setzen noch das hantwerch
treiben, er bring dann ee urkund, von wann er komen sey, das er sich daselbs frumklich
und erberlich enthalden hab, oder beweis es hie vor dem rat mit erbern lewten, und das
er auchaineelichweibhabundburgerrechtgewinnmitainemhalbenphuntphenigund
geb in ir zechauchainphuntphennig.
[2.] Sy sullenauchunder in erwellenvirmaister, die erberundgetrewseinunddie ir
gerechtikait vor dem rat darumb tùn sullen, das sy das pròt, das auf den kaùf gepachen
wùrdt, uberal auf den plètzen und mèrkchten, oder wo sy das wissen ze sùhen, besich-
ten, daz das nach dem traidkauf, als der traid zu yeder zeit sein(en) kauf hat, lautter und
ungemùschet gepachen werd, es sey semleins malgùt, pollen oder oblas, yetz nach seinen
staten, alsb die deich gesatzt istb ungeverlich; und sullen auch auf den kauf allerlay pròt
nicht tewrèrpachendennzwailing,phenwertundhelbertundauchdenKaltenMarkcht1
halden, als vonalterherkomenist.Undwosykaufpròtc vindent,dasalsonachdemrech-
e -n durchRasurkorr. aus -m. f we-korr. aus vor-. g Nach -n er-Haken radiert.
193 aÜberschrift rubriziert. Am rechten oberen Rand: Der pekchen recht. b–b WNS BV 3, BV 2102: als die
strichgesatzt sint. c WNSBV3: protkauff; BV2102: brotkauff.
193 1 Kalter Markt, Herbstmarkt am Graben (Wien I, siehe dazu oben Nr.173 Anm.1) im Gebiet der
heutigenNummern17–21, vgl.C
,Graben44;
., LexikonWien2579–582,bes. 579.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen