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Nr.193–194 341
desmelkaufsaufdenkaufnichtgepachenist,das sùllensidemrichteroderseinemanwalt
zewissen tùn,der soldarumbgestrafftwerdennachderhantfest sag.
[4.] Dartzu sùllen der vorgenanten vìr maister albeg ainer mit den herren, die von
demratdartzùgesatzt sind, anderprotwaggeen,nachdemalsdieordnungan inkùmbt,
wenn si darumb ervordert werden. Und wo man ungleichen protkauf vindet, der sol zu
gleicherweis gepùstwerden, als vorberùrt ist.
[5.] Auch sùllen die maister die pekchen den obgenanten vìr maistern, wenn si in
umbsagent von unsers [83v] genedigenc herren des hertzogend, von des burgermaisters
unddes ratsoder zuder statnotdùrft, gemainkchlichgeharsamseinzu inzukòmen.Wer
des nicht geharsam wurd, dem sùllen si mit des burgermaisters diener oder poten den
metzenniderlegenals lang,untzdas erder zechmaisterwillengewynnet.
[6.] Es sol auch kain melber nicht pachen noch kain pekch nicht melben, als auch
vonalterherkòmen ist.
[7.] Auch sùllen die pekchen altzeit gewalt auf dem markcht haben, den traid ee zu
kauffen dann die melber, und sùllen die melber vor den pekchen nicht kauffen, es wèr
dann,dasdiepekchendieselbenzeitnichtkauffenwolten.
[8.] Es sol auch das mel in den melgrùben nach gelegenhait des draidkauffs altzeit
auch von den egenanten zechmaistern gesatzt werden; und welher melber des nìcht ge-
harsam wurd und daruber tewrer sein mel verkaufft, der sol von dem burgermaister und
vondemratdarumbgepùstwerden.
[9.] Dann von des prots wegen, das auf schiffen oder auf wègen hergefùrt wirt, das
solnyemant fùrkaùffenwederhiepaydemwasser,underwegennochanderswo;undwen
man mit solhem fùrkauf begreiffet, dem sol der richter das prot nemen. Und wer also
prot herfùrt, es sey auf schiffen oder auf wègen, und ob die vìr zechmaister verstùnden,
das si dasselb prot nach der teichung des melkaufs nicht hingeben, so sùllen dieselben
zechmaister gantzen gewalt haben, in denselben kauf ze setzen nach rat der herren, die
an der protwag gent; und wer darùber tewrere geb, der sol desselben prots zu der stat
hanndenvervallen seinunddartzudemrichter seinwandl analle gnad.
[10.] Item was prots von Entzestorf underm Pùsenperg5 her auf dem wasser gefùrt
wirdet, das sol pey der wachtkamer daselbs verkaufft werden, als von alter herkomen ist.
Und was prots andern enden her auf dem wasser von oben herab gefùrt wirt, das sol pey
demwasserverkaufftwerdenundsùllenauchdiepekchenhie irprotbeidemwassernicht
hingebennochdarschikchen.
[11.] Itemes sol auchkainpekchnochpehèinhienichtpachen, erhabdannderzech
rechtundgeharsamgewunnen, als vorberùrt ist.
[12.] Item so sol auch kain hieiger pekch von hynn in die dòrffer noch anderswo hin
das prot durch verkauffens willen nicht pachen denn zwayling, phenwert und helbert,
ausgenomen zu Weichnachten mùgen si das gross prot pachen; und was man ain(em)
pekchen zu pachen andingt, das mag er auch wol auf solh dingen pachen und das dem
geben, als er es gedingthat.
c Gestrichen. Darüber von anderer Hand: genedigisten. d Gestrichen. Darüber von gleicher Hand wie in Anm.
c: kunigs etc. e Ursprünglich ttewrer, erstes t- gestrichen.
5 Langenzersdorf,VBKorneuburg,NÖ.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen