Seite - 352 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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352 VI.2.Edition
aber, das ain maister ab dem lannd oder aus andern lannden und steten her gen Wienn
kèm und sich hie nidersetzen wolt, der sol auch ain eleich weib haben und kuntschaft
bringen, das er sich daselbs erberleich und frumkleich enthalden und sein maisterschaft
wolbewèrthab,undburgerrechtundder zech recht gewinn, als vorgemelt ist.
[2.] Item es sol auch ain yeder maister nur ain(en) lerjunger haben, der sol auch in
desselben maisters kosst sein; und welher seine lerjar nicht ausdient, den sol furbaser
dhain maister furdern, er tue dann seinem lermaister ee genùg und kòm darumb an sein
willennachderandernmaister rat.Undwanndasalsobeschehen ist, somagerdannwol
zu arbait gefurdert werden, doch sol dhain maister dem andern seinen gesellend, dieweil
sy in seiner furdrung steen, nicht enziehen, es sey mit lehen oder mit andern sachen, in
dhainerweis.
[3.] Und welher geselld ainem maister auf sein arbait geet, der sol im ain gantze wo-
chenhinausdiennundarbaitten.Wolter imaberdarnachnicht lengeranseiner furdrung
arbaitten, so soldergeselled dene maisterdasvor ausgangderwochenzwayr tageewissen
lassen,damit sichdermaistermit ainemanderngesellend fùrgesehenmùge.
[4.] Beschech aber, das ain geselld an ehaftige not und an redleiche ursach ainem
maister in der wochen ab seiner arbait gieng und hiet im das vor nicht ze wissen getan,
als vorgemelt ist, so sullen dann die maister denselben gesellend nicht aufnemen noch zu
arbait furdern, er kòm dann ee an seins maisters willen und begreiff sein huld darumb
nach ratder andernmaister.
[5.] Itemessullenauchdiemaisterdhainungewondleichs furpawnichtmachennoch
pawnandes ratsurlaub.
[6.] Itemes sùllenauchdiemaister ir gesellend desmorgensundzu frustukchzeitund
zu mittag und zu untarn zu rechter zeit an die arbait bringen und des abents auch zu
rechter zeit davon geen und das lon nicht hòhern und in dem rechten satz halden und
beleiben lassen, als das von alter ist herkòmen. Welher aber dawider tèt, den wil der rat
swerleichdarumbpussennachgelegenhaitder sach.
Auch hat im der rat gantzen gwalt vorbehalden, die benanten artikel ze verkern, ze
mynnernundzemern,wieundwennsydes verlustf.
d Auf Rasur, wahrscheinlich korr. aus knecht. e -n durch Rasur korr. aus -m. f Links unterhalb der Ordnung
von späterer Hand: Ist nachvolgund zwischen inen ain abschid erganngen, der im newen ordnungpuech einge-
schribendesMDXXXVII.Das jüngereOrdnungsbuch istnichtmehr erhalten, s. obenS.58;Abschrift derOrdnung
von 1537: H.A.-Akten 16/15.Jh. fol.4v–5v; H.A.-Akten 47/15.Jh. fol.14r–v. – H.A.-Akten 47/15.Jh. a folgt:
Also stedt eß zuWien imordnungbuechgeschriben.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen