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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Seite - 355 -
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Nr.208–209 355 under in gegen irm dinstvolkch und gesind und das gesind wider sy von unbesichtikait gehalten hieten, und paten den vorgenan(ten) rat unverschaidenlich, das sy ain ordnung under in machten und satzten, des sich all maister irs hantwerchs und ir gesind anhellik- lich [!] miteinanderundaintail gegendemandernfurbashaldensolt,damit symeaniklich dester pas und ordenlich gedienn mòchtenb. Also habent die herren der burgermaister und der rat angesehen ir vleissige gepet und begìr und habent durch gemains nùtz wil- len und aufnemens irs hantwerchs an eren, wùrden und lewntc aufgesatzt und vestiklich gepoten: [1.] Als die maister des benan(ten) hantwerchs ir dìnstvolkch zu zwain zeiten im jar dingentundbestelnt, zuOsternundzusandMichelstag [29.September],das iryeder sein dìnstvolkch vor irm zil nicht mer denn ain moneyd vor dingen und bestellen sol, als von alter herkomen ist. Und welher das uberfert, der ist vervalen der stat ze pen ain phunt Wiennèrphennigunddemstatrichter ain(en) gulden. [2.] Item auch habent sy gesatzt, das kain maister kainem seinem diener, es sey weib oderman,nichtmer sol furleichendenn sechtzigphennig. [3.] Item auch habent sy gesatzt, ob ain knecht oder ain diern, in welhem stant die sein, ainem maister vor dem czil aus dem dìnst giengen, das den kain ander maister hie nicht aufnemen sol, er tù dann dem genùg, dem er aus dem dìnst ist gegangen, wie er des stat an im vindet. Wèr aber ain dìnstmènsch ainem maister, dem er aus dem dinst wear gegangen, icht schuldig,das er imgelihenhiet, dermagdesvon imbekomenals von ainemandermd seinemgelterundalsder stat rechtt ist zeWienn. [92v][4.] Itemwendievorgemeltenmaisterunderinzuzechmaistersetzenunderwel- len, die sullen des gehorsam sein. Welher aber des nicht tèt oder dew, die ainem maister vor dem zil aus dem dinst gingen, aufnèmen an desselben maister willen, dem sy aus demdìnstgegangenwèrn,der ist vervallender stat ainphuntWiennèrphennigunddem statrichter ainenguldenund in ir czech funfphuntwachs. [5.] Desgeleichenobeinmaisterainemseinsdinstvolkchmerlichdannsechtzigphen- nig,daswissentlichwùrd,der ist derselbenpeenvervallen. [6.] Item ob ein man oder ain fraw in ainer padstuben begriffen wirdet, das die da- rinn gestollen hat, denselben diep oder diepin sol der pader mit seinen werichgenassen unddienerndemstatrichter antwurten,der soldannnachder tatmit imhandeln, alsder stat recht ist. [7.] Item stillt aber yemant, der des hantwerchs ist, er sey gros oder klain, und wir- det der darumb gevangen und dem richter geantwùrt, und ob in der richter ledig liess, dennoch solman inaufdemhantwerchnichtmerhaldennochaufnemen. [8.] Item ob yemant des hantwerhs an der unee sitzt, in welhem stand er sey, es sey man oder weib, das ain ware gewissen ist, den sol kain maister nicht halden, sunder man sol espringenanden richter, das erdamit tù, als der stat recht ist. In habent auch die herren des ratz vorbehalden, das sy vollen gewalt habent, die vor- genan(ten)gesètzundpotaller artikelundyedesbesunderzeverkern,minnernundmern nach ir verstentnùss zudempesstenne angevèr. b Wort teilweiseaufRasur. c ÜberderZeilevongleicherHand,daruntergestrichen: leuit [?].–T3: lont.–WStRB A4: lònt. d -mkorr. aus -n. e -nn korr. aus -m.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Titel
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Untertitel
(1364–1555)
Autor
Markus Gneiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Abmessungen
17.3 x 24.5 cm
Seiten
674
Schlagwörter
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
Kategorien
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