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Nr.210–212 357
[2.] Item es sol auch hinfùr auf irm hantwerch dhain barbirèr, der nicht ain pader ist
und ire gerechtikait, als ain ander maister irs hantwerchs getan, gesworn hat, hie nicht
aufgenomennochgehaltenwerden, als dannvonalterherkomen ist.
[3.] Item daz auch ain yeder pader, meniklich arm und reich, mit padgelt ze nemen
schiedlichhalt, damitnyemandbeswèrtwerdeungeverlich.
Auchhat imdervorgenantratgantzenundvollengewaltvorbehalten,dieobgemelten
artikel irèrordnungzemynnern, zemernodergantz zuvernichten,wannundwieofft in
des verlust anmeniclichs irrunga.
212.
DerRatderStadtWien erteilt denBadernaufderenBitte eineOrdnung,denKaufvonHolz
betreffend.
1475Mai2.
HWOBfol.93v.
Druck: Zappert, Badewesen 154f. – Literatur: Uhlirz, Gewerbe 723; Zatschek, Handwerk
104.
Anno Domini millesimo quadringentesimo septuagesimo quinto des eritags vor des hey-
ligenKrewtztagderErfindungkomenfùrdenratder statzuWienndieerbernmaisterdie
pader,mitburgerdaselbs,undprachtendafu˚r,wie symerklichbeswernùsshietenvonden
mùgistenaus irmhanndtwerchmitdemholtzwerch,dasdiegesstherprèchtenund inaus
den hannden fùrkauffeten und vertewreten, damit sy des zu irn notdùrften nicht gehabn
noch zu wegen mochten pringen, dadurch sy ganntz verderben mu˚ssen, und paten den
ganntzn rat, das sy solh ir merklich und swèr geprechen ansehen und in die genediclich
wenndenwolten,damit sy auchholtzwerchgehabenund sy ernernmochten.
Also haben mein herrn des rats solh mànngl und geprechen angesehen und den pa-
dern von ains gemains nutz wegen ain ordnung aufgesatzt und geben, dabey es hinfu˚r
beleiben sol indermaynung:
[1.] Wasdiegesstholtzwerchsherbringn,dasdenpadernzu irmhanndtwerchgehòrt
unddìnt,das sullendiepader indiegemainmiteinanderkauffenundunder sy tailnund
aimyedengeben,waserdesungeverlichzuseiner stubenbedorfzubetzalnhat,unddhai-
ner solhen fùrkauf aus in mer hanndln noch treyben sol, damit sich die armen nebenn
denanndernpadernauchgenernmu˚gn.
[2.] Item ob aber ir ainer oder meniger aus in umb holtzwerch hinauf in das lannd
ziehn wolten, so sùllen sy daz in dem hanndtwerch anbringn. Und welh dann gelt mit-
schikhen,die sùllentail indemselbnholtzberchhabennachantzal irsgelt,undwelhnicht
geltmitschikhn,die sullennicht tail habn in solhmholtzwerch.
[3.] Und welha aus den padern die ordnung ùberfarn, den sol man daz holtzwerch,
damit sy also verhanndln, zu der stat hanndn nemen und daz zu gemainem nutz der stat
anlegen.
[4.] Itemb es sullenauchzwenmaisteraus in,ainzechmaisterundainanndermaister,
dartzù geordnt und gebn werden, die solhn kauf thùn und machen und den austailn, als
211 aAmrechtenunterenRanddesBlattes vonandererHand eineKustode: nonus sexternus.
212 aAm Ende er-Haken gestrichen. b Davor ein größerer Abstand zwischen den Zeilen, jedoch bis zum Ende
derOrdnungvongleicherHand.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen