Seite - 360 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Bild der Seite - 360 -
Text der Seite - 360 -
360 VI.2.Edition
215.
DerRat [derStadtWien] entscheidet einenStreit zwischendenBortenwirkernundBeingürt-
lernundvereint diese zu einerZeche.
1435August 16.
HWOBfol.95v–96r.
Literatur:Uhlirz,Gewerbe677.
Entschaidungderportenwurherundpaineingùrttlera
Anno Domini etc. tricesimo quinto des eritags nach unser Frauntag Assumptionis ha-
bent mein herren des rats die zway hantwerch partenwurher und paineingùrtler umb ir
zwitrecht, so si gèneinandergehebthabent, entschaiden:
[1.] alsodas sinu furbaser inainer zechsein sullen.Undwelher sich furbaser aufdem
hantwerch der paineingùrtler zu maister setzen wil, der sol ee urkund bringen, von dann
er komen sey, das er sich daselbs erberleich und frumkleich enthalden und seine lerjar
ausgedient hab, oder beweis das hie vor dem rat mit erbern lewten, und das er auch ain
eleichweibhabundburgerrecht gewinnmit ainemhalbenpfundpfennig.
[2.] Es sullen auch die paineingu˚rtler den partenwùrhern porten beslahen umb
ain(en) rechten, gleihen lon und auch beslagen und unbeslagen porten verkauffen und
vail haben in den hewsern oder kremen, da sy zu herberg sein und iren jarhoftzins ge-
bent. Desgleichs sullen und mugen die portenwurcher beslagen und unbeslagen porten
verkàuffen und vàil haben, wie sy des stat vindent, auch in iren hewsern und kremen, da
sy iren jarhoftzins gebent.
[3.] Es sol auch ain portenwurcherknecht nyndert anderswo dienn noch sich ver-
dingen denn zu ainem portenwurcher, als ire alte recht lauttent. Desgleichs sol ain
paineingurtlerknecht auch nyndert anderswo dienn noch sich verdingen denn zu ainem
paineingu˚rtler.
[4.] Es sullen auch die portenwurher bey iren alten rechten in dem statpùch geschri-
benbeleiben, ausgenomenvonder seydenunddesgarnwegen,dasmugensyhiekauffen
vonwemsiwellen.
[5.] Essullenauchdie zwayhantwerchausyedemhantwerchainenunder inerwellen
und nemen zu beschawmaisternb, die erber und getrew sein und die in der rat bestet-
ten sol, die ir arbait beschawn sullen, sy sey hie gemacht oder herbracht, ob die gùt und
gerecht sey und der stat, lannden und lewten nùtzleich, also das sie aufnemen an eren,
lob und gùt. Si sullen auch die versuhen, die sich zu maister setzen wellen, ob si maister
mùgengeseinodernicht.
[6.] Wasgesstmitdemhantwerchherkòment,das sullensinichtverkauffen,eshaben
dann ee die beschawmaister beschawt, ob es gut und gerecht sey, und darnach sullen si
esnurverkauffen indenhewsern,da sy zuherberg sind,undnyndert anderswo.Undwo
dieselben beschawlewt, yeder auf seinem hantwerch, vindent [96r] und begreiffent ein
werch, das nicht gerecht ist, es sey hie gemacht oder herbracht, das sullen sy nemen und
dem burgermaister antwurten, das man es der stat ze nutz anleg und dem richter sein
wanndel davon gevallen lass, dennoch wil der rat sy pessern swèrleich. Sprech aber dhai-
215 aÜberschrift rubriziert. b beschaw-korr., linksnebenderZeile vongleicherHandnochmalsmitVerweiszei-
chen eingefügt.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen