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Nr.219–221 365
221.
DerRat [der StadtWien] erteilt denFischern eineOrdnung.
1412Februar29.
HWOBfol.99v–100r.
Parallelüberlieferung: StiBSeitenstetten,Cod.40 fol.129r–130r (zu1400März15, [CS]).
Druck: Rechte und Freiheiten 2, ed. Tomaschek Nr. CIX (CS). – Literatur: Uhlirz, Gewerbe
702f.
Abervondenvischèrna
Anno Domini millesimo quadringentesimo duodecimob des nachsten montags nach Re-
miniscere in der Vasten ist ain aufsatz und ain ordnung gemacht von der vischer wegen
durch gemains nùtz und frumens willen, wie sich die vischer halden sullen mit irn vi-
schen,und ist vondemratbestètt, als hernachgeschriben stet:
[1.] Item man sol kain(en) seevisch anderswo vail haben denn nùr an dem Hof1 und
pey dem wasser, als es von alter herkomen ist, und nicht an dem Vischmarkt2 nochc vor
dem Vischmarktc. Wer das uberfert, dem sol man die visch nemen und dartzù pessern
nacherfindungdes ratz.
[2.] Item es sol auch nyemand ungefangen noch ungeschaut visch kauffen weder an
der Leytta, an der March noch auf den erhend noch nynndert anderswo, denn wo er zu
beraiten vischen kumbt, die gefangen sind, die mag er kauffen wie vil und er wil, und
damit fuder varen.
[3.] Itemessolauchnyemantunderwegenvischkauffen indenlaiten,erhabsydann
eegesehen inden insetzen.
[4.] Item es mag auch yederman visch kauffn, es sein seevisch oder raynvisch, an der
Leytta, an der March oder bey dem see; also welher dartzù kumbt, der tailmessig ist und
die visch schaùt, demsolmanden tailmitlassenhaben.
[5.] Item umb die visch, die die vischer herfùrent und wider von hinnen wellend fu-
ren, istmit fragundurtail inoffemratgevallen:wasgrùnvischherkoment,die sullenhie
verkauftwerden.
[6.] Item es sol auch kain junger knecht kain(en) vischkauf treiben weder auf dem
wassere noch auf dem lannd, er hab dann sein beschaiden jar oder ein eelich weib und
burgerrecht gewinnen inderburger rathaus3 mit ain(em)halbnphuntphennig.
[7.] Itemwerunder inmaisterwerdenwil,der solburgerrechtgewinneninderburger
rathaus, und darnach sol er haben alle die recht, die die andern maister die vischer von
alterher gehabthabent.
221 aÜberschrift rubriziert.AmlinkenoberenRand: Abervondenvischern. b CS: MoCCCCo. c–c Fehlt in
CS. d er-aufRasur, ersterTeil desWorts nur schwer lesbar. –CS: èrhen. e w- korr.
221 1 ZumPlatzAmHof sieheobenNr.33Anm.1.
2 Der hier gemeinte Fischmarkt befand sich seit der zweiten Hälfte des 13. Jhs. am Hohen Markt
(Wien I; zu diesem siehe oben Nr.55 Anm.2) zwischen den Häusern 5 bis 8, wo er auch bis um die Mitte des
18. Jhs. blieb, vgl. dazuKarteobenS.145;P
,HoherMarkt43–45.
3 ZumaltenWienerRathaus sieheobenNr.85Anm.2.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen