Seite - 370 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Bild der Seite - 370 -
Text der Seite - 370 -
370 VI.2.Edition
[6.] Und ob die hieigen vischer schrotvisch kauffeten, die sullen sy verkauffen nach
aufsatzungainsyedenburgermaisterundrats,dieyezuzeitensind,damityedemmannain
gleichsphenbert gebenwerdeund inanndernvischverkauffenauchnyemandsbeswèrn.
[7.] Item am Hohen Markcht ynnen und aussen sol man dhain anndern dann nu˚r
rainvischvail haben, aber seevischundrèbnitzer sullenamHofverkaufftwerden.
[8.] Es sol auch dhain knecht, fraw noch knab der hieigen vischer weder an dem yn-
nern noch aussern Vischmarkcht am Hochen Markcht noch am Hof hie nicht visch vail
haben noch verkauffen, sunder die vischer, ausgenomen schervisch mugen sy verkauffen
undvaylhaben.
[9.] Und sullen auch dhainen heyrigen visch vor sand Jacobstag [25. Juli] nicht vail
habennochverkauffenundaller einiger zewgundrunnssenvischen sol verpoten sein,da-
mitdievischzu irnkrefftenkomenmugen.Welherwider solhordnungtèt,demwilman
die vischnemenunddartzu swerlich straffennach rats rat.
Dochhat imderratgewaltvorbehalten,diegegenwu˚rtigordnungzuverkern,zemyn-
nern, ze mern oder ganntz zu vernichten, wann sy verlust an alle irrung getreulich und
ungeverlich.
225.
DerRat [der StadtWien] erteilt denTuchscherernaufderenBitte eineOrdnung.
1429August 20.
HWOBfol.103r–v.
Parallelüberlieferung:T3 fol.329v.
Teildruck:Feil,Beiträge282(HWOB).–Literatur:Hollnsteiner,Lehrlings-undGesellenwe-
sen 87; Zatschek, Handwerk 242; Zatschek, Handwerksordnungen 35; Perger, Hoher Markt
53.
Der tùchscherèr rechta
NachKristigepurdvìrtzehenhundert jardarnachindemnewnundzwaintzigistemjaredes
sambstags vor sandBertelmestaghabentdieherrendes rats ainordnungaufgesatztunder
den tuchschererndurch irrfleissigenpetwillen, als hernachgeschriben stet:
[1.] Von erst das sich kain tuchscherèr hie ze maister setzen sol, er pring dann ee
ain(en) brief und urkund, von dann er komen sey, das er sichb daselbs erberleich ent-
halden hab, oder er weis es hie vor dem rat mit erbern lewten, und sol auch ain eeliche
hausfrawnhabenundburgerrechtgewinnenundindieczech irerc bruderschaftgebenain
phuntphennig.
[2.] Auch sullen sy jerlich nemen und erwellen zwen maister, die erber und getrew
seinunddie inder ratbestetten sol.
[3.] Dieselbenzwenmaister sullenauchaltzeitdieversuhen,die sichzumaister setzen
wellent, ob sy das hantwerch kunnen und maister mugen gesein, und auch ir arbait be-
sichten, ob die gùt und gerecht sey dem armen als dem reihen, damit dasselb hantwerch
aufnemaneren, lobundgùt.
225 aÜberschrift rubriziert. Am rechten oberen Rand, durch Zuschnitt der Seiten abgeschnitten: Der tuchscherer
[recht]. b Danach gestrichen: erberlich. c Über der Zeile wahrscheinlich von gleicher oder zeitnaher anderer
Hand,darunter gestrichen: unser. – T3: unser.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen