Seite - 378 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
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378 VI.2.Edition
ausdemungewondlichnweinschenkhen, soaufdemFrawnflekhdaselbsvorWidmertor2
bisherbeschehenundgehandlt ist, vorerganngen,darauf sichaufru˚rundvilubelsbegebn
hat, furgenomen, das nu hinfur nymands auf dem Fraunflekh weder in hewsernn noch
lednen kainerlay wein noch most nicht mer von zaphn verschenkhn noch ausgebn sol
haimlich noch offenlich, vil noch wenig in kain weis, sunder wer wein auf dem Fraun-
flekh trinkhn oder ausgebn welle, der sol den in den offn gewondlichen leuthewsern in
der statoder indenvorsteten,wo inverlust, vomzaphennemen,damit solheungewond-
liche gasstung und ungefu˚r und beswernu˚ss, so aus dem egnan(ten) schenkhen auf dem
Frawnflekhbeschehn ist, furbaser vermittenbeleibnundnicht geschech.
Dochhat imder rat vorbehalten,diegegnbùrtigordnungzemynnern, zemerenoder
gantz [ze] vernichtn,wieundwann indes verlust analle irrungungeverlich.
231.
Der Rat [der Stadt Wien] erlässt eine Ordnung, die Rechte und Verpflichtungen von fremden
Gewerbetreibenden gegenüberdemHansgrafenbetreffend.
1408August 30.
HWOBfol.110r.
Parallelüberlieferung:T2 fol.69v.
Druck: FRA III/10/3 Nr.1496 (T2). – Literatur: Koehne, Hansgrafenamt 49f., 52; Luschin
vonEbengreuth,Münzwesen831.
Vondeshannsgravenwegenunddergesta
Anno Domini millesimo quadringentesimo octavo des nagsten phintztags vor sand Gili-
gentag ist in offem rat durch gemains nutz willen erfunden und gesprochen umb ettlich
stukch und artikel, als sy hernach benant sind, der sich ain yeglich gast gen dem hanns-
graven inOsterreichhalden sol:
[1.] Von erst wann ain gast nach seiner geltschuld reiten wil, ob des denn der hanns-
graf nicht enperen wil, so sol er sprechen bey sein(en) trewn an aides stat, das er nùr
nach seiner geltschuld reyten well an alls gevèr. Auch sol im erlaubt sein, ein reytphert ze
kauffen,damit erherwider ze lanndkomenmùg.
[2.] Itemvonainemyegleichemross,dasmanvonb hinnenb hinaufwerts indas lannd
fùrt, sol der gastdemhannsgrafengebenain(en)grassenphennig.
[3.] Item von der òchsen wegen sol ain gast dem hannsgraven nichtz zepundenc sein
zu geben, es sey denn das er des hannsgraven brief bedurff, davon sol er dem schreiber
tùnnach seinerbeschaidenhait,was er selberwil.
[4.] Item bey dem pallnpinten, das die gest tùnt, sol der hannsgraf noch sein anbalt
nicht sein, wann es sol nyemant darumb wissen denn der gesworn mautter anwalt ab
demhausunddergeswornpallnpinter,obdie ichtzunrechts funden,diemugend daswol
bringen,da sy eshinbringenzu recht sullenungevèrlich.
231 aÜberschrift rubriziert. b–b T2 von gleicher Hand über der Zeile. c So HWOB und T2 wahrscheinlich
für gepunden verschrieben. d T2 folgt gestrichen: es.
2 Im 15.Jh. sind vor dem Widmertor zwei Frauenhäuser nachweisbar, das Gebiet wurde deswegen –
wie auch andere Örtlichkeiten, in denen sich Frauenhäuser befanden – als „Frauenfleck“ oder „Fraueneck“ be-
zeichnet. Die beiden Frauenhäuser vor dem Widmertor standen unter der Lehensherrschaft des Herzogs und
fielen1529derosmanischenBelagerungzumOpfer, vgl.C
, LexikonWien2383f.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen