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Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)
Seite - 381 -
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Seite - 381 - in Das Wiener Handwerksordnungsbuch - (1364–1555)

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Nr.232–233 381 [1.] Von ersten alle hewser vor Kèrnertor auf dem graben2 an des Mùchsen und des Rayer3 hewsern angehebt und die Kumphlukchen4 gantz hinaus, baid zeilln ge- geneinander ùber mitsambt dem pruchpodem und alle hewser und gassen hinder der Kumphlucken untz auf den Griezz5 zu der Pirhnerin mùl sullen miteinander leiden in zirgken,wachtten, raisenund indas vìerambtgehòrn. [2.] Aber all durchgeeund gassen von des Mùchsen haus auf dem graben und von des Rayer haus in der Weidenstrasse angehebt und dieselb Weidenstrass6, Huterstras- se7 und Katerlukchen8 sullen hinauf zu Widmervirtail gehòrn mitsambt der Laymgrub9 vor Widmertor, die Ofenlukchen10, Kremsserstrasse11, Newlukchen12, das Zersegk13, die Fudlukchen14 und die Prunnlukchen15 untz an das tor zenagst hern Niclasen des Druksètzn16 haus, das ettwenn der ùppigen Merttlin gewesen ist, und hinab stathalben, 2 DerStadtgraben. 3 Stephan Rayer dürfte vor 1428 verstorben sein, da er in einer Urkunde vom 8. Februar 1428 (WStLA,H.A.-Urk.Nr.2309;Regest:QGWII/2Nr.2309)bereits als totbezeichnetwird. IndieserUrkunde erfährtmanauchmehr zumSchicksaldesHauses inderKumpflucke.HerzogAlbrechtV.befiehltBürgermeis- ter und Rat, dass sie sich an den Käufer des Hauses in der Kumpflucke, das weilent Stephan des Rayer gewesen ist, wenden sollen, um diesem das Gebäude zu übergeben. Das Haus Rayers war an den Herzog aufgrund ei- ner judengeltschuld gefallen, da es aber der stat ze Wienn grunt ist, müssen auch Bürgermeister und Rat in das Geschäft einbezogenwerden. 4 Kumpflucke (WienVI), vordemWidmertorgelegen, längsdesWienflussesbis zurheutigenLehár- gasse, in der Nähe des sogenannten Frauenecks (zu diesem oben Nr.230 Anm.2), vgl. C     , Lexikon Wien 3634f. 5 Gries ist im Allgemeinen ein häufig in Wien vorkommender Flurname, hier ist wohl der Gries vor demKärntnertor inderGegenddesheutigenKarlsplatzes gemeint, vgl.A       , JakobStarch49. 6 Weidenstraße, bis in die Mitte des 16. Jhs. nachweisbar; sie verlief im Zuge des heutigen Getreide- marktes (Wien I, VI) und war vor allem von Lebzeltern und Oblatenbäckern besiedelt, vgl. C     , Lexikon Wien5597. 7 Huterstraße, die Lage kann nicht eindeutig identifiziert werden, doch ist eine örtliche Nähe zur Weidenstraße anzunehmen, vgl.M     ,RäumlicheEntwickelung154f. 8 Katerlucke,einekleine, zwischenKärntner-undBurgtorgelegeneAnsiedlungvordenStadtmauern, beginnendinderheutigenRahlgasse (WienVI)bis zurheutigenElisabethstraße(WienI),vgl.C     ,Lexikon Wien3479. 9 Laimgrube(WienVI),ehemalseineVorstadtzwischenWienflussundderheutigenMariahilferStra- ße,1850eingemeindetundheutegroßteils demBezirkMariahilf zugehörig, vgl.C     , LexikonWien3661. 10 Ofenlucke,einebereits1342nachweisbareGasse(WienVI)aufderLaimgrubevordemWidmertor, vgl.C     , LexikonWien4444. 11 Kremser Straße (Wien I, VI) vor dem Widmertor, seit 1314 nachweisbar, nach 1538 nicht mehr erwähnt; ihreVerlängerung führte zumGetreidemarkt, vgl.C     , LexikonWien3608. 12 NeuluckevordemWidmertor, eineab1314nachweisbareVorstadtsiedlung,begrenzt vondenheu- tigen Linien Operngasse/Linke Wienzeile einerseits und Felderstraße/Florianigasse andererseits, vgl. C     , LexikonWien4384. 13 Zerseck,TeilderVorstadtvordemWidmertor, lagwahrscheinlich inderGegendderheutigenNeu- stiftgasse (WienVII), vgl.M     ,RäumlicheEntwickelung162. 14 Fudlucke, ebenso Teil der Vorstadt vor dem Widmertor und wie das Zerseck in der Gegend der heutigenNeustiftgasse gelegen, vgl.M     ,RäumlicheEntwickelung162. 15 Brunnlucke,Teil derVorstadt vordemWidmertor, letztmals1527erwähnt, jedochbereits teilweise im15.Jh. verödet, vgl.C     , LexikonWien1487. 16 Wahrscheinlich Niklas [II.] Truchseß, gest. 1468, war Hofmarschall Albrechts V./II., später auch HofmarschallundRatvonLadislausPostumusundebensozweifacherHausbesitzer inWien(amNeuenMarkt und inderheutigenDorotheergasse,Wien I), vgl. S         ,Truchseß296–307,bes. 305,wobeihiernicht aufdenHausbesitz inderVorstadt eingegangenwird.
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Das Wiener Handwerksordnungsbuch (1364–1555)
Titel
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
Untertitel
(1364–1555)
Autor
Markus Gneiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20418-3
Abmessungen
17.3 x 24.5 cm
Seiten
674
Schlagwörter
Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
Kategorien
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