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390 VI.2.Edition
darnach in dem achtunndreyssigistn jar, unnsers reiche des Romischn und ze Hunngern
etc. imerstn jare.
Habnn wir obgenannter kaiser Fridreich angesehn der obgenanntn pogner vleissige
bete unnd habn in dadurch unnd von sonndern gnaden, auch von gemainer statte hie
unnd irs aufnemens willn alle und yglich stùkh unnd artikl, wie die in den bemeltn
unnsers vettern und unnsern briefn von wart zu warte begriffn seinn, aus Romischer
kaiserlicher macht unnd als regirunnder herr unnd lanndsfurst in Osterreich gnadiklich
bestàtt, bevesstigt und vernewet, bestàttn, bevessten unnd vernewen in die auch wissnn-
lich inkrafft desbrieffs.
[b] Wir tùnn inauchdartzu˚ indenvorgeschribnartigklndie lewttrung:
[1.] das nu hinfur zu ewign zeittn kain maister desselbn irs hanntwerchs in kainem
hauss, turn noch anndern enndeng unnserr statt dann alain in der Pognnergassn hie zu
Wienndasselb seinhantwercharbaittn [soll].
[2.] Es sol auchniemanndskainnewarmbstnochgemechtweder inder jarmerkhtn,
freyungn noch zu anndern zeittn herbringn, furn noch feil hie habn. Wo aber solher
armbst unnd gemecht daruber hie in der statt auf den markten, in herrnhewsrn, burger-
hewsern,gasthewsernodergewolbndurchsybergriffenn [!] oder funndnwerdn,die sulln
sydannanverziechnnemenundunnshalbntail zuunnsernunnddenanndernhalbntail
denersamen,weisn,unnsernbesonnder liebenundgetrewndemburgermaisterunndra-
te zu gemainer statte hanndn hie zu Wienn anntwurtten, doch unns vorbehalten, ob wir
oderunnsererbnyezuzeittnainerantzal armbst,der sy selbsnichthietn,bedurffnwurdn,
die sulln unns dieselbn unnser pogner und nicht die gesst in ainem zimlichn werde zu-
begn bringen, unnd die nach notturfften besichtn und beschiessn, dardurch wir damit
versehn seinn.
[3.] Als auch in des obenanten unnsers vettern kunig Albrechts brief begriffn ist, das
die offtgenantn pogner hieh weder auf newe noch alte armbst undn kain holtz ausslahn
sulln, habn wir in nù vergunnt und erlaubt, das sy hinfur die altn armbst spànn oder
holtz ùnndn darauf slahen unnd die nach irn nottufftn verkauffn mugn. Welher maister
aber unnder in derselbn gespàntn armbst yemannds fur ain news verkauffiet und er da-
mit ergriffnwurd,der sol alsdann, alsofft erdasuberfert, auchunnszuunnsernhanndn
ain halbe markh sylbers und zu gemainer stat hanndn auch ain halbe markh silbers zu
peen gebn unnd verfalln sein unnd mugn ime die anndern maister nach irs hanntwerchs
gewonhaitnachainempillichndarumbpuessen.
[4.] Unnd ob sych auch yetzuzeitn unnder deselbn [!] unnsern pognern icht krieg
oder belaidigung [118v] mit wortn oder mit werhn begàbm, das doch den tod nicht
berùrt, des sol sich unnser richtter hie, wer der yezuzeittn sein wirdet, nicht annem noch
sydarumb inkainerlayweise straffnnochzepuessnhabn, sonnderwirmugn solhs,wem
wirwelln,bevelhn furzenemenunnddarinn, als sichgepurdt,hanndlnn.Dochsulln sich
die egenanntnpognergenunnsermburgermaister, richterundrate als getrew inwoner in
alln sachn den gemainn nutz und aufnemen der statt hie berurunde gehorsamlich haltn
und invonunnsernwegngewarttig sein.
[5.] Wir tun in auch dartzu die sunnder gnad, das nu hinfur zu ewign zeittn kain
gesell irs hanntwerchs zu maister aufgenomeni werdn sùll, er hab danne vor aufrichtige
g Über der Zeile wahrscheinlich von anderer zeitnaher Hand. h Über der Zeile von gleicher Hand. i HWOB
irrig: aufgenonen.
Das Wiener Handwerksordnungsbuch
(1364–1555)
- Titel
- Das Wiener Handwerksordnungsbuch
- Untertitel
- (1364–1555)
- Autor
- Markus Gneiß
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20418-3
- Abmessungen
- 17.3 x 24.5 cm
- Seiten
- 674
- Schlagwörter
- Late Medieval Vienna, Craft ordinances, Craftsmen, Late Medieval Urban Administration, Commented Edition, Wien im Spätmittelalter, Handwerksordnungen, Handwerker, Spätmittelalterliche Stadtverwaltung, Kommentierte Edition
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen